Senegalesen angeklagt

Alles wegen eines Smartphones

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Penzberg - Zwei Asylbewerber stehen wegen besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Sie wollten ein Smartphone.

Sie hatten es auf ein Smartphone, ein „Samsung Galaxy mini“ abgesehen. Deshalb sollen zwei Asylbewerber (24 und 25), die aus dem Senegal stammen, an der Philippstraße in Penzberg einen Mann brutal überfallen haben. Der 24-Jährige soll dem Opfer eine Glasflasche über den Schädel gezogen haben. Die beiden Männer sitzen in Untersuchungshaft. Seit gestern müssen sie sich vor dem Landgericht München II wegen besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht von folgender Tat aus: Am 3. August gegen 19.15 Uhr habe der 25-Jährige den Passanten von hinten gepackt, um ihm das Handy im Wert von 100 Euro aus der Hosentasche ziehen zu können. Das Opfer steckte daraufhin seine Hände in die Hosentaschen, so dass es dem 25-Jährigen nicht gelang, von hinten in die Taschen zu greifen. Deshalb soll der 24-Jährige eine Glasflasche gepackt und sie mit solcher Wucht auf den Kopf des Opfers geschlagen haben, dass die Flasche zerbrach. Laut Anklage schlug er dann auch noch mit der abgebrochenen Flasche auf den Nacken des Mannes ein. Dieser erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Schnittwunden. Derart verletzt konnte er sich nicht mehr zur Wehr setzen, so dass der 25-Jährige das Handy aus seiner Hose zog.

Die Angeklagten haben sich noch nicht zu dieser Tat geäußert. Der 25-Jährige macht geltend, dass er an jenem Abend stark alkoholisiert war. Deshalb soll währen der Aussage nun ein Rechtsmediziner anwesend sein, um die angegebenen Alkoholmengen und deren vermeintliche Wirkung zu überprüfen.

Der Ältere der beiden Senegalesen ist außerdem wegen Diebstahls und Computerbetrugs angeklagt. Dazu machte er Angaben. So soll er bereits am 25. April 2015 einem Penzberger, der rauchend vor einem Lokal stand, ein Handy im Wert von 300 Euro aus der Hand gestohlen haben. Der Penzberger nahm zwar die Verfolgung auf, stürzte aber dann und verletzte sich an der Hand. Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf des Diebstahls vehement. Er habe das Handy für 90 Euro von einem unbekannten Afrikaner gekauft, der ihm das Handy im Garten des Lokals angeboten habe. Er habe schon lange so ein großes Handy „wie die anderen auch“ haben wollen, in diesem Falle ein „Samsung Galaxy S 4“. „Ich habe nicht gewusst, dass es ein gestohlenes Handy war“, sagte er, „sonst hätte ich es nicht gekauft“.

Am 2. August hob er in Penzberg 500 Euro mit der EC-Karte eines anderen Asylbewerbers ab, die er unter dessen Matratze gefunden hatte. Die PIN hatte er in dessen Spind gelesen und sich eingeprägt. Er sei verzweifelt gewesen, gab der Senegalese an. Seine Mutter sei krank und brauche Medikamente. Dafür habe er ihr das Geld in die Heimat schicken wollen. Vorerst habe er es aber unter einem Baum vergraben.

Der Prozess dauert an.  

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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