Ende einer Brandnacht: Vom Stadel steht nur noch das Eisengerippe. Das Heu wurde herausgeschafft und qualmte gestern noch. Der Wald links blieb unversehrt. foto: baar

Stadelbrand: Kripo ermittelt weiter

Antdorf - Nach dem Stadelbrand in Antdorf suchen die Ermittler in den Trümmern nach Spuren. Die Kripo Weilheim geht weiter von Brandstiftung aus.

Beißender Brandgeruch hängt an der Straße zwischen Penzberg und Antdorf in der Luft. Warum das Feuer in dem Gebäude nahe der Autobahn A95 ausbrach, ist immer noch unklar. Weilheims Kripochef Markus Deindl konnte auf Nachfrage keine neuen Erkenntnisse geben. „Die Ermittlungen laufen noch.“ Allerdings gibt es derzeit keine Anzeichen für einen technischen Defekt. Der Stadel verfügte über keinen Strom, Maschinen standen auch nicht darin. Ein wetterbedingtes Unglück wird ebenfalls ausgeschlossen. Mangels alternativer Möglichkeiten liegt für die Experten zwangsläufig Brandstiftung auf der Hand. Den Schaden schätzt die Polizei auf 10 000 Euro. Im Stadel waren um die 120 Heurundballen gelagert.

Bei dem Geschädigten handelt es sich um denselben Landwirt, der bereits im Juli Opfer eines Brands in Antdorf wurde. Dies bestätigte die Kripo. Damals brannte am Schleierweg eine Maschinenhalle nieder. Der Besitzer hatte die Flammen nachts bemerkt, 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Ursache ist bis heute nicht bekannt, der Schaden an Gebäude und Gerätschaften wurde von der Polizei auf eine Million Euro geschätzt.

Von einer Brandserie zu sprechen, davor hütet sich die Polizei jedoch. Antdorf Bürgermeister Klaus Kostalek spricht von einem „unglücklichen Zufall“. Er wolle keine Pferde scheu machen, sagt er. „Aber es bleibt ein ungutes Gefühl.“ Der Rathauschef lobt vielmehr die Einsatzkräfte für ihr Eingreifen. „Das funktioniert immer wieder gut“, sagt Kostalek. „Vor allem wird das alles ehrenamtlich gemacht.“

Am Samstag waren bei dem Stadelbrand rund 60 Helfer bis in die Nacht vor Ort. Die Wasserversorgung der Brandstelle war schwierig. Weil der nächste Hydrant in einiger Entfernung bei einem Anwesen steht, richtete die Penzberger Wehr einen Pendelverkehr ein und baute ein Wasserbecken auf. Den Stadel konnten die Helfer nicht retten, dafür aber ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Wald verhindern. Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 0881/6400). (ab)

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