Da war noch alles in Ordnung: Im Mai 2009 wurde das Pfadfinder-Heim am Leprosenweg eingeweiht, auch Bürgermeister Markus Loth war da und bekam ein Wölflings-Halstuch überreicht. Foto: Archiv Gierig

Die Pfadfinder sind obdachlos

Weilheim - Die Weilheimer Pfadfinder sind zwar liebend gerne draußen in der Natur, aber sie brauchen auch regelmäßig ein Dach über dem Kopf. Doch jetzt haben sie keines mehr.

Zum 1. August musste der Stamm „Sir Francis Drake“ sein Heim am Leprosenweg räumen. Dort gab es wöchentlich Gruppenstunden, es wurde gebastelt, Musik gemacht, geratscht und es fanden Treffen mit anderen Stämmen statt.

Das Gebäude gehört der Firma „Zarges“, die es an die Stadt vermietete. Die Stadt wiederum vermietete es an die Pfadfinder. Dieser Mietvertrag wurde zum 31. Juli gekündigt. Der Grund: „Zarges“ riss eine Halle ab und kappte die Stromleitung, an der das Pfadfinderheim hing. An die Stromleitung angeschlossen war unter anderem der Alarmgeber für die Ölheizung. „Das war uns zu riskant“, sagt Stadtkämmerer Christoph Scharf. „Es war alles sehr kurzfristig. Im März hatten wir noch Heizöl bestellt“, sagt Eugen Preston Volk, Ansprechpartner der Pfadfinder.

Weil alles so schnell gehen musste, stehen die Pfadfinder nun auf der Straße - besser gesagt: auf der Wiese. Sie treffen sich vorerst im Freien am Gögerl oder in der Au, und jetzt sind erstmal Ferien.

Aber es wird eine neue Bleibe gebraucht: Der Stamm sucht ein Haus oder leerstehende Räume. Bedingung: Das Gebäude ist nicht einsturzgefährdet und bietet Platz für mindestens 30 Personen. „Es darf auch ein bisschen was zum Renovieren sein, unsere Burschen sollen ruhig was tun“, so Volk. Inneneinrichtung, Raumaufteilung und ähnliches würden die Pfadfinder übernehmen.

Der Stamm „Sir Francis Drake“ besteht aus rund 30 Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 20 Jahren. Stammesführer ist Philipp Mascha. Die Kinder und Jugendlichen lernen laut Eugen Volk, wie man sich in der Natur zurechtfindet, welche Pflanzen es gibt und wie sie die typischen, schwarzen Zelte der Pfadfinder - die Kohten - richtig aufbauen. Aber auch das Vermitteln von Werten wie gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit werde groß geschrieben.

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