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Hitzefrei ist immer ein heißes Thema – und jede Schule handhabt es anders. 

Planschbecken statt hitzefrei

Ein heißes Klassenzimmer, schlechte Konzentration und Schüler, die an den See oder ins Freibad wollen: Im Sommer ist „hitzefrei“ ein großes Thema an den Schulen. Manche geben frei, manche nicht – eine einheitliche Regelung ist gibt es nicht.

Landkreis Es ist ein buntes Bild: Manche Schulen geben tatsächlich hitzefrei, ein Gymnasium verkürzt die Schulstunden, manche Schulen lassen den Nachmittagsunterricht ausfallen und wieder andere versuchen, es den Schülern auch nachmittags so angenehm wie möglich zu machen, lassen aber den Schulbetrieb normal weiterlaufen.

Die Grundschulen hätten es da noch einfacher, denn es gibt einen Klassenlehrer, der den Unterrichtsstoff so verteilen kann, dass auch bei hitzebedingtem Stundenausfall alles untergebracht werden könne, erklärt die Schulleiterin der Grundschule in Pähl, Blanka Maschek. „An unserer Schule gibt es ,hitzefrei’ also schon“, sagt sie weiter. Die Montessori-Grundschule in Peißenberg gibt generell auch „hitzefrei“, aber dazu müssen sie sich erst mit dem Busunternehmen koordinieren, damit dann auch alle Schüler nach Hause kommen und nicht in der Schule verweilen müssen.

Manche Schulleiter entscheiden sich auch dazu, den Nachmittagsunterricht beziehungsweise den Nachmittagssport ausfallen zu lassen. So zum Beispiel die Waldorfschule in Huglfing und die Josef-Zerhoch-Grundschule in Peißenberg. Das Gymnasium in Weilheim hingegen verkürzt den Unterricht ab 10 Uhr nur. Dann dauert eine Unterrichtseinheit nur noch 30 Minuten anstatt der üblichen 45 Minuten. „,Klassisches hitzefrei’ in dem Sinne gibt es jedoch nicht“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Adelheid Meyer.

Das Welfen-Gymnasium in Schongau, das Ammersee- Gymnasium in Dießen und das Gymnasium Penzberg lassen bei hohen Temperaturen nur die Stunden am Nachmittag ausfallen, aber ein generelles „hitzefrei“ gibt es nicht. Dieses Vorgehen begründete Bernhard Kerscher, Schulleiter in Penzberg, damit, „dass die Lehrer die Verantwortung haben, wenn beim Sportunterricht jemand zusammenbrechen sollte“.

Bei der Wilhelm-Conrad-Röntgen Mittelschule in Weilheim wird es auch so gelöst, dass der Unterricht am Nachmittag ab und zu ausfällt. Immer ginge das nicht, da die Schule eine Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr anbiete, so der Schulleiter Bernhard Bürger. Die Schüler, „die den ganzen Tag in dem Teil sind, der zur Sonne zeigt, werden um 12.15 Uhr aus dem Unterricht entlassen, da dort nicht mehr an lernen zu denken wäre“, erklärte Bürger.

Aber es geht auch ohne hitzefrei. Tanja Wagner, die die Grundschulen in Polling und Eberfing leitet, berichtet, dass sich ihre Schüler mit Kneipp-Touren durch den nahe gelegenen Tiefenbach abkühlen können. Im Schulgarten seien zudem genügend schattige Plätze, an denen man unterrichten könne. Aber den Unterricht einfach früher beenden, gehe nicht.

Die Grundschule in Weilheim am Hardt hat aufgrund der Temperaturen ebenfalls besondere Maßnahmen eingeführt. Die Ganztagsbetreuung der Schule hat extra ein Planschbecken besorgt, damit sich die Schüler abkühlen können. Denn auch hier findet der Unterricht wie gewohnt statt. Peter Schmid, Schulleiter der Joseph-Friedrich-Lentner Grundschule in Peiting, erklärte, dass auch sie den Schulbetrieb normal weiter laufen lassen, da die Mauern der Schule sehr dick seien und somit ein sehr guter Schutz gegen die Hitze vorliege.

Rücksicht auf ihre Schüler nimmt die Mittelschule Schongau. Die Lehrer versuchen, gut durchzulüften und suchen mit ihren Klassen zum Beispiel kühlere Räume im Keller auf. Beim Sportunterricht wird darauf geachtet, genügend Trinkpausen einzulegen und die Übungen nicht zu anstrengend zu gestalten. Den Unterricht ausfallen lassen, gehe wegen der Ganztagsbetreuung nicht.

Sabine Kreutle, Schulleiterin der Realschule Weilheim, könne „aufgrund von Vorgaben keine Stunden ausfallen lassen und außerdem brauchen wir die Schüler an der Schule“. Auch die Realschule in Peißenberg könne kein „hitzefrei“ geben, da die Schüler sonst nicht nach Hause kommen und trotzdem in der Schule auf den Bus warten müssten, so Direktor Armin Thefeld. Jedoch gingen manche Sportklassen nachmittags dann Schwimmen oder ins Freie, anstatt in der Halle zu turnen. Dabei entscheidet aber immer der Sportlehrer individuell vor Ort, was zumutbar ist und was nicht.

Franziska Florian

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