Über den Verfall des Milchpreises sprach BDM-Sprecher Hans Foldenauer. foto: schubert

BDM plant Aktionen gegen Milchpreisverfall

Peißenberg - Rund 100 Landwirte waren in Peißenberg zur Versammlung des BDM gekommen. Thema war der Preissturz bei der Milch.

Der Milchpreis ist wieder ins Rutschen gekommen. Ein großer Discounter hat den Preis um zehn Cent pro Liter gesenkt, auch Milchprodukte bietet er billiger an. Um darüber zu diskutieren, was die Bauern gegen die Talfahrt des Milchpreises machen können, waren rund 100 Ortsvertreter des „Bund Deutscher Milchviehhalter“ (BDM) am Dienstagabend in den Gasthof „Zur Post“ gekommen.

Kreisvorsitzender Bernhard Heger hält es nicht für sinnvoll, den Verbrauchern oder den Handelsunternehmen die Schuld zuzuschieben. Diese würden nur auf das Überangebot von Milch reagieren, das derzeit auf dem Markt sei, indem sie billiger einkauften. Das Problem war laut Heger lange vorhersehbar. Der Importstopp in Russland sei nur noch „das i-Tüpferl“ gewesen.

BDM-Sprecher Hans Foldenauer präsentierte dazu Zahlen: Die weltweite Milchproduktion habe 2005 bei 650 Millionen Tonnen gelegen und sei bis 2013 auf 780 Millionen Tonnen angewachsen, eine Ende sei aber nicht abzusehen. Das Problem habe seine Ursache vor allem in Europa, wo die Milchproduktion besonders stark gestiegen sei. Die Folge: Der Preis für eine Tonne auf dem Weltmarkt gehandelter Milchprodukte habe sich seit dem letzten Höhepunkt fast halbiert, auf 2600 Dollar. Laut einer Marktprognose soll die Talfahrt noch ein Jahr anhalten. Dieses Jahr reicht nach Einschätzung von Heger aber, um zahlreiche Bauern zu ruinieren. Und wenn den Landwirten Kaufkraft fehle, wirke sich dies auch negativ auf das Handwerk und den Handel in der Region aus.

Für die verantwortlichen Politiker der Landesregierungen hat der BDM laut Foldenauer eine Nikolaus-Aktion geplant, die unter dem Motto „Knüppel aus dem Sack“ steht. Ein bundesweiter Aktionstag und ein Symposium in Berlin sollen folgen, bevor der Politik im Februar ein Kehraus geboten wird.

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