Vorabbesuch im Bibliotheksaal: (von links) Birgit Chlupacek, Susanne Lengger, Gerold Huber, Felicitas Betz und Hanne Wittermann. foto: Königbauer

Drei Tage lang Musik in Polling

Ein Festival im Klosterdorf

Polling - Die Premiere für das dreitägige Musikfest „Pollinger Tage Alter und Neuer Musik“ findet von 1. bis 3. Juli statt – der Vorverkauf beginnt. Mehr Infos finden Sie hier:

Ein Zufall bescherte dem ohnehin an Konzerten reich gesegneten Klosterdorf Polling eine weitere – hochkarätige – Veranstaltung: die „Pollinger Tage Alter und Neuer Musik“ vom 1. bis 3. Juli in historischem Ambiente. Die Journalistin und Musikveranstalterin Birgit Chlupacek aus München wollte eigentlich nur ein einzelnes Konzert im Bibliotheksaal ausrichten und kam dann im Laufe der Gespräche mit Hanne Wittermann vom Verein „Freunde des Pollinger Bibliotheksaals“ auf die Idee, ein dreitägiges Fest auf die Beine zu stellen. Angesprochen sollen sich damit nicht nur Klassik-Freunde fühlen, sondern auch Literatur-Liebhaber und Kinder. Für Letztere gibt es eigene, kostenlose Konzerte im Rahmen eines Familiennachmittags am Samstag, 2. Juli (siehe Kasten).

Neben dem Bibliotheksaal ist der Veranstaltungsraum in der Alten Ziegelei von Hans Kleissl, die gerade aufwändig saniert und umgebaut wird, Schauplatz des Festes. Und von Kleissls Brotberuf, der Restaurierung und Pflege der „Mercedes SL 300“, ließ sich Chlupacek inspirieren: die weltberühmten Oldtimer mit den Flügeltüren, der Flügel im Bibliotheksaal, der bei den Konzerten eine zentrale Rolle spielen wird, und das Deckengemälde im Bibliotheksaal mit „Pegasus“, dem geflügelten Pferd, von Johann Baptist Baader – schon war ein zusätzlicher Name, „Pegasus Konzerte“, geboren.

Künstlerischer Leiter des Festivals ist Gerold Huber, Konzertpianist aus Straubing, der am Samstag die Gesprächskonzerte mitgestalten wird. „Je mehr man den Inhalt versteht, desto besser versteht man das Konzert“, so Huber bei einem Pressetermin in Polling.

Der Auftakt am Freitag, 1. Juli, ist der Neuen Musik gewidmet: Beim Nachtkonzert erklingt unter anderem Oliver Messiaens Klavierquartett „Vom Ende der Zeit“. Kammermusik und Beethovens 9. Sinfonie in einer Fassung von Richard Wagner sind am Samstag im Programm, ehe das dreitägige Fest am Sonntag mit „Kostbarkeiten des Barock“ und einem Brunch in der Alten Ziegelei ausklingt. Ziel des Musikfests ist es laut Huber, den Besuchern „eine möglichst große Vielfalt in einem kurzem Zeitraum zu bieten“. Er persönlich freue sich vor allem darauf, endlich einmal im Bibliotheksaal mit seiner hervorragenden Akustik spielen zu dürfen.

Angetan von der Idee zeigten sich auch Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz und Susanne Lengger, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes „Pfaffenwinkel“. Betz freute sich über das neue Format, das bestens nach Polling mit seiner über 1250-jährigen Geschichte passe. „Kultur muss sich bewegen“, so Betz über das Festival. Mit dem Musikfest werde der mit Kunst, Kultur und Natur so reich gesegnete Pfaffenwinkel einmal mehr ins rechte Licht gerückt, so Lengger. Der Tourismusverband bietet eigens ein Paket mit zwei Übernachtungen, Konzertkarten und einer Kulturwanderung von Weilhein nach Polling an.

Johannes Thoma

Shuttle-Service:

Das Weilheimer Autohaus „Medele“ bietet Besuchern von auswärts einen „Benz-Besucher-Shuttle“ vom Bahnhof Weilheim. Der RVO setzt am Samstag Busse ein.

Vorverkauf:

Karten (zwischen 15 und 38 Euro) im Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz Weilheim, 0881/686 11, im Pollinger „G’schenkladerl“ und an der Abendkasse. Infos: www.pegasus-konzerte-polling.de.

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