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Der „Austin 12“ wurde 1926 gebaut, der „Adler Standard 6“ (dahinter) ist ein Jahr jünger.

62 Teilnehmer bei Polling-Fahrt

Gelebte Automobilgeschichte im Klosterhof

Rechnet man die wenigen im Klosterhof geparkten modernen Autos hinzu, so waren beim Start der 47. Polling-Fahrt Autos zu sehen, deren Baujahre gut ein Jahrhundert auseinander lagen. Angemeldet hatten sich zur „Kulturfahrt nach Benediktbeuern“ 62 Teilnehmer mit Autos, die zwischen 1908 und 1988 gebaut wurden.

Polling – Nicht alle Teilnehmer waren mit den gemeldeten Oldtimern gekommen, wie die Organisatoren des 1971 gegründeten „Motorsport-Club Polling“ beim Start feststellten. Der Regen war absehbar, also hatten die Liebhaber alter Autos auf die offenen Gefährte verzichtet und waren mit geschlossenen Autos oder Cabrios mit Verdeck angereist.

Ältester Teilnehmer war Willibald Eder, der von Anfang an dabei ist. Der Münchner hat sein Interesse für Autos von seinem Vater mitbekommen, wie er sich erinnert. Dieser hatte allerdings noch keine Oldtimer, „weil es damals noch wenig Oldtimer gab“, so Eder. Sein Vater macht 1928 den Führerschein, drei Jahre bevor der „Ford A Tudor de Luxe“ gebaut wurde, mit dem der 90-Jährige nach Polling gekommen ist. Er hat 1947 mit dem Erhalt von Autos angefangen. Er hat sich „zwei alte ,Topolini’ gekauft und daraus einen fahrtüchtigen ,Topolino’ gebaut“. Einen „Goliath“, das ist ein dreirädriger Pritschenwagen, hatte er auch schon.

Fünf Jahre älter ist der „Austin 12“, mit dem Peter und Gisela Eisenhut aus Berg angereist sind. Nur ein Jahr jünger als dieser ist der „Adler Standard 6“, mit dem Walter Mann aus Ingolstadt gekommen ist, „auf Achse“, wie er betont. Das edle Gefährt hat zwei Abteilungen: Vorne arbeitet der Chauffeur, im geräumigen Fond machen es sich – durch eine Glasscheibe vom Personal getrennt – die Herrschaften bequem.

Bei der Fahrt durften auch die beiden Inbegriffe deutschen Automobilbaus nicht fehlen: Ein 65 Jahre alter Käfer und ein 1987 gebauter Trabant fuhren mit. Die Marke Opel war unter anderem mit einem „Kadett C“ und einem „Admiral B“ vertreten. Mit dem 1970 gebauten „Admiral“ war Tomislav Radan aus Oberhausen gekommen. Der Ingenieur der Fahrzeugtechnik ist stolz auf das Luxusfahrzeug der ersten Serie mit seinem 2,8-Liter-Motor, der 132 PS leistet. Trotz der 90 000 Kilometer auf dem Tacho sieht das Auto – blau mit schwarzem Vinyldach – aus wie neu. Nach der großen Ausfahrt, die über Benediktbeuern zum Walchensee-Kraftwerk führte, machten die 62 Oldtimerfreunde am Sonntag zum Abschluss der Polling-Fahrt noch einen Ausflug nach Achberg.

Alfred Schubert

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