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Verwaister Biergarten: Die „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling ist seit dem Tod von Pächter Lorenz Bartl im vergangenen April geschlossen. Mit einer Wi edereröffnung ist laut Eigentümer Michael Jarnach frühestens 2019 zu rechnen.

Seit rund vier Monaten geschlossen

„Alte Klosterwirtschaft“ in Polling weiter ohne Pächter

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Seit dem Tod von Pächter Lorenz Bartl ist die „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling geschlossen. Eigentümer Michael Jarnach befindet sich auf der Suche nach einem Nachfolger.

Polling – Leere Biertische, zugeklappte Sonnenschirme, keine Gäste. Dort, wo in den vergangenen Jahren reges Treiben herrschte, blieb es diesen Sommer still. Seit dem plötzlichen Tod von Pächter Lorenz Bartl am 30. April ist die „Alte Klosterwirtschaft“ samt Biergarten in Polling geschlossen. Ein Zustand, der laut Eigentümer Michael Jarnach mindestens bis Weihnachten andauert.

„Vorher werden wir leider nicht wiedereröffnen können“, sagt er auf Nachfrage der Heimatzeitung. Derzeit laufe ein Nachlassverfahren beim Amtsgericht, in dem geklärt wird, wie die hinterbliebenen Möbel und Küchengeräte von Bartl innerhalb dessen Familie verteilt werden. „Das steckt viel bürokratischer Aufwand dahinter“, betont Jarnach. „Das kann noch einige Monate dauern.“

Aus der Not macht er nun eine Tugend. Jarnach will die Zeit, in der die Wirtschaft geschlossen ist, in den kommenden Wochen nutzen, um das Gebäude zu modernisieren. „Während des laufenden Betriebs sind Baumaßnahmen ja fast nicht zu machen“, sagt er. Wo er genau anpacken will, weiß Jarnach noch nicht. Er verrät nur so viel: „Der Stil wird gleich bleiben.“

Es soll ein oberbayerischer Landgasthof bleiben

Ebenso verhält es sich mit der grundsätzlichen Ausrichtung des Klosterwirts. Er soll laut Jarnach auch in Zukunft ein oberbayerischer Landgasthof bleiben. „Das passt zum Charakter des Hauses.“ Hinter dieser Entscheidung stehe auch die Spatenbrauerei, die das Bier nach Polling liefert und in die Planungen miteinbezogen ist.

Unklar ist hingegen, wer die Nachfolge von Lorenz Bartl antritt. Bewerber gibt es genügend, sagt Jarnach. „Einige davon sind auch sehr interessant.“ Jedoch möchte sich der Eigentümer bei der Auswahl Zeit lassen. „Einen Schnellschuss zu tätigen, macht keinen Sinn“, stellt er klar. Zu riskant sei das Gastronomie-Gewerbe. Zu groß die Gefahr, dass ein Projekt in die Hosen geht. Wichtig ist ihm, dass der neue Wirt Berufserfahrung mitbringt. „Es muss ein Profi sein, so wie Lorenz Bartl einer war.“ Dieser hatte vor seinem knapp neun Jahre langen Engagement in Polling sieben Jahre lang das Gasthaus „Sonne“ in Peißenberg geführt, davor war es sieben Jahre lang die Gaststätte in der „Rigi-Rutsch’n“ in Peißenberg.

Bürgermeisterin Betz: „Der Klosterwirt fehlt an allen Ecken und Enden“

Sehnlich auf die Wiedereröffnung des Klosterwirts wartet Bürgermeisterin Felicitas Betz. „Als sozialer und gesellschaftlicher Treffpunkt fehlt er uns an allen Ecken und Enden“, betont sie. Größere Veranstaltungen, Versammlungen, Weihnachtsfeiern und Hochzeiten könnten derzeit nicht wie geplant in Polling stattfinden. Zwar versuche der „Neuwirt“ die klaffende Lücke zu füllen, doch klappe dies allein schon wegen der fehlenden Küche nicht wirklich. „Das ist eine ganz andere Ausrichtung.“ Auch Gäste-Betten würden seit der Schließung im Ort fehlen. „Bei Konzerten im Bibliothekssaal müssen die Künstler jetzt immer in Weilheim übernachten“, sagt Betz. „Das ist alles nicht optimal.“

Auch dieser Biergarten hat seit Monaten zu - nach Vorwürfen an die Brauerei

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