Besucher bei der Stoa169 bei Polling.
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Besucher bei der Stoa169 bei Polling.

Seit knapp einer Woche zugänglich

An die 1000 Besucher bei der Stoa169 - was sie über die Säulenhalle bei Polling sagen

Das Interesse ist groß, die Begeisterung auch: Die Säulenhalle von Bernd Zimmer, der die Stoa169 initiiert hat, ist seit knapp einer Woche für jedermann zugänglich. Am ersten Samstag dürften an die 1000 Besucher die bisher knapp 80 von verschiedenen Künstlern gestalteten Säulen auf dem Grundstück an der Ammer bei Polling angeschaut haben. Eine Momentaufnahme.

VON RALF SCHARNITZKY

Polling – „Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob wir alles gesehen haben“, sagt die junge Dame beim Verlassen der Halle zu ihrer Oma. Eva Maria Kränzlein, selbst bildende Künstlerin, ist mit Enkeltochter und Enkelsohn am Samstag Vormittag von Landsberg am Lech an die Ammer gekommen. Das Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Unterwegs“ ist per Facebook seit längerer Zeit mit Stoa-Initiator und Maler Bernd Zimmer verbunden und hat die Entwicklung des Projekts verfolgt: „Ich wollte meinen Enkeln unbedingt die tollen Kunstwerke aus den vielen Ländern zeigen.“ Die drei gehen von Säule zu Säule – ohne die Broschüre, die am provisorischen Eingang für fünf Euro angeboten wird; die aber nicht gekauft werden muss, da der Eintritt frei ist. „Wir wollen die Säulen erst einmal ohne Informationen auf uns wirken lassen.“

Die meisten Kunstinteressierten erwerben eine der Broschüren, in der die Künstler aus aller Welt die von ihnen gestalteten Säulen erläutern. Über Mittag stehen dann an fast jeder der Säulen Besucher, das Heft in der Hand. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen beziehungsweise Fahren auf den Feldwegen entlang der Ammer, die von Polling und vom Parkplatz an der B472/Ammerbrücke zum Grundstück der Stoa-Stiftung führen. Die Menschen, die durch die Halle wandeln, wechseln ständig.

Reges Kommen und Gehen auf den Wegen zur Stoa

Rein zufällig sind Franz Geier aus Landshut und Robert Vorwallner aus München an der „Kathedrale der Moderne“, wie Feuilletonisten die Säulenhalle in den Medien genannt haben, vorbeigekommen: „Wir sind mit dem Zug nach Oberammergau gefahren und jetzt mit den Rädern an vier Tagen auf dem Weg zurück durchs Oberland nach Landshut“, erzählt Geier. Gehört und gelesen haben sie von der Stoa169, aber dass sie nun direkt daran vorbei kommen, „das hat uns dann doch überrascht und erfreut“.

Auch Jutta und Klaus Geldsetzer aus Peißenberg sind mit dem Radl da; und mit Freunden aus Konstanz, denen sie die neue Attraktion von Polling – neben dem Kloster – zeigen wollen. Für beide ist die Säulenhalle ein „wunderbares Kunstwerk“. Klaus Geldsetzer meint mit Blick auf das Kloster: „Hier wird alte Kunst mit neuer Kunst verbunden.“ Ebenfalls mit ihrem Mann und Freunden ist Ilona Adler aus München gekommen: „Wir treffen uns einmal im Jahr, immer, um irgendein Kunstwerk zu besichtigen.“

Fast jeder hat von den Auseinandersetzungen um den Bau der Halle gehört

Fast jeder, den man fragt oder bei deren Gesprächen man zuhört, kennt oder hat von den Auseinandersetzungen und Streitigkeiten in der Gemeinde um den Bau der Halle gehört. Verständnis für die ablehnende Haltung hat keiner: „Das ist doch wirklich kein Drama, dass das hier in der Landschaft steht,“ sagt der Münchner Vorwallner, der auf die „wirkliche Verschandelung“ durch die vielen Gewerbegebiete auf der grünen Wiese verweist. Die Kunstinteressierte Adler meint: „Die Halle fällt doch überhaupt nicht sonderlich auf. Man muss schon genau hinschauen.“ Kunst in der Natur findet die Peißenbergerin Geldsetzer gerade gut: „In der Stadt würde das doch gar nicht wirken.“ Sie und ihr Mann waren lange in der Kommunalpolitik tätig und wissen: „Egal was man im Gemeinderat beschließt, es sind immer Bürger dagegen.“

Stiftungssprecher sieht Interesse als „großen Erfolg“

Auch Stiftungssprecher Gerald Meier muss im Gespräch mit einer Besucherin erklären, dass das „mit dem Riss durch die Gemeinde“, wie sie gehört hat, so nicht mehr stimmt. Meier hat seit der Eröffnung täglich mehrmals an der Halle vorbei geschaut, gerade ist er da, weil er den Kasten mit den Broschüren auffüllt. Die Stiftung sieht einen „großen Erfolg“ in dem bisherigen Interesse, er schätzt allein am Samstag die Zahl der Besucher auf um die 1000: „Wir sind selbst ein bisschen überrascht.“

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