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Begeisterte im Bibliotheksaal mit ihrem Können und ihrem natürlichen Auftreten: Daniela Dawn Fietzek. 

Daniela Dawn Fietzek in polling  

Ein aufgehender Stern am Pianistenhimmel

Polling - Der Auftritt von Daniela Dawn Fietzek war ergreifend und begeisternd.  Sie ist ein aufgehender Stern am Pianistenhimmel.

Mitte 20, geboren in Oxford, aufgewachsen in Dießen, Abitur am Weilheimer Gymnasium, war sie seit 2004 Studentin an der Musikhochschule München. Seit 2013 studiert sie in Linz an der Anton-Bruckner-Universität. Unter anderem wurde sie in München von Gabriele Seidel-Hell unterrichtet, der 2. Vorsitzenden des Vereins „Podium musicale“. Dieser wiederum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchskünstler zu fördern, und stemmt jährlich zwei Konzerte im Bibliotheksaal Polling.

So konnte das Publikum dort am Sonntagvormittag ein Konzert erleben, bei dem nicht nur das technische Können der jungen Pianistin beeindruckte, sondern auch das höchst anspruchsvolle Programm, das auf die brillante Akustik des Rokokosaals zugeschnitten war. Am Ende wurde die Künstlerin mit frenetischem Applaus gefeiert. Sie hat die Herzen des Publikums aus dem Stand erobert, nicht nur wegen ihres außerordentlichen Talents, das eine internationale Karriere verspricht, sondern auch wegen ihres natürlichen Auftretens.

Daniela Dawn Fietzek ist keine Pianistin, die mit ihrer Virtuosität prahlt, sie wirkt auf der Bühne eher bescheiden, nimmt sich zurück, um ihr Spiel ganz in den Dienst der Komposition zu stellen. Dabei ist sie höchst konzentriert, aber doch locker genug, um rasante Triller nur so aus den Fingergelenken zu schütteln. Bei aller Könnerschaft ergründet sie die Musikstücke in ihren Tiefen und Untiefen und lotet die Dynamik der Werke extravagant aus.

Die Auswahl war wohl bedacht und ganz auf diesen sonnigen Herbsttag zugeschnitten. Passend zu den ziehenden Vogelschwärmen draußen hatte die Pianistin Franz Liszts „Legenden 1 und 2“ ausgesucht, mit der „Vogelpredigt“, dazu drei Klavierstücke aus Ravels Zyklus „Miroirs“ mit den „Oiseaus tristes“ (traurige Vögel), und Landschaftsbilder wie Debussys „Hügel von Anacapri“, die „Fußstapfen im Schnee“. Impressionistische Stücke also, allesamt technisch höchst anspruchsvoll.

Doch wie klar, wie transparent, wie perlend vermochte es die Pianistin darzubieten. Alles schien leicht und selbstverständlich, die Töne rollten gläsern und funkelnd durch den Raum. Fietzek bewies ein grandioses Gefühl für Dynamik und Metrik, ein Talent, das ihre Mutter schon entdeckt hat, als Daniela sieben Jahre alt war. Daraufhin entschloss sie sich, ihre Tochter Klavier lernen zu lassen. Bereits zwei Jahre später nahm sie am ersten „Jugend musiziert“-Wettbewerb teil. Wie sie es geschafft hat, ihre Tochter zum Üben anzuhalten? „Kein Thema“, sagt Renate Richter-Fietzek, die selbst Musikerin ist. Sie weiß eben, dass es „eine Gratwanderung ist, nicht zu viel zu fordern“. Ihr Rezept für Erfolg: „Entscheidend ist, dass man bei sich bleibt“. 

Astrid Amelungse-Kurth

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