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Unkraut hat sich mit der Zeit im Kies des Biergartens breit gemacht. Anfang August soll er sich wieder in seinem früheren Zustand befinden. 

Bald öffnet der Pollinger Klosterwirt seinen Biergarten 

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Die „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf – zumindest der Biergarten der über 500 Jahre alten Traditionsgaststätte. Ab Anfang August soll es dort wieder einen Ausschank mit reduzierter Speisekarte geben. Betreiber werden die Zwillingsbrüder Martin und Andreas Süß sein.

Polling – Es tut sich was an der „Alten Klosterwirtschaft“ in Polling: Die Hecke wurde geschnitten, die Bierbänke poliert und am Schankhaus im Biergarten wird eifrig gewerkelt. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald wieder losgeht – zumindest mit dem Biergartenbetrieb. Anfang August wollen Andreas und Martin Süß loslegen. Einen genauen Termin gibt es aufgrund verschiedener Unwägbarkeiten mit Genehmigungen und Handwerkern noch nicht: „Wenn wir soweit sind, dann machen wir auf. Es soll schleichend losgehen. Wir müssen improvisieren“, erklärt Martin Süß, dessen Ehefrau Veronika ebenfalls mit im Betreiberboot sitzt. Geplant ist ein „Pop-up-Biergarten“, der sich auf den Verkaufskiosk beschränkt.

Martin Süß und sein Zwillingsbruder betreiben in München das Restaurant „Süßmund“, das sich auf alpenländische Küche spezialisiert hat. Die beiden 39-Jährigen sind gebürtige Weilheimer und im Klosterdorf bekannt. Sie sind ab 1990 in Polling aufgewachsen.

Die Situation um die Traditionsgaststätte ist dem Brüderpaar bestens bekannt. Nach dem plötzlichen Tod von Pächter Lorenz Bartl musste die Klosterwirtschaft im April 2018 ihre Tore schließen – bis heute: „Wir haben alles mitbekommen“, erzählt Martin Süß im Gespräch mit der Heimatzeitung: „Durch Corona ist alles noch mal schwieriger geworden. Es ist ein Riesenobjekt – und es muss viel renoviert werden.“

Corona hat die Situation verschärft

Warum sich die Gebrüder Süß bezüglich der Klosterwirtschaft engagieren? „Es war uns wahnsinnig wichtig, dass sich hier wieder etwas rührt“, sagt Martin Süß, der schon als Schüler im Biergarten gejobbt hat: „Der Ort ist wahnsinnig schön, er vermittelt eine super Energie. Biergarten, Wirtschaft und Kloster – das zusammen ist alles so authentisch.“

Zunächst ist das Engagement der Familie „Süß“ auf das restliche Biergartenjahr beschränkt. „Es geht nur um diese eine Saison. Wie es nächstes Jahr weitergeht, müssen wir schauen“, so Martin Süß, der studierter Theaterwissenschaftler ist, sich inzwischen aber beruflich komplett auf die Gastronomiebranche konzentriert hat. Auf die Frage, ob die Familie langfristig als Betreiber der neuen Klosterwirtschaft einsteigt, hält sich Martin Süß bedeckt: „Kein Kommentar.“

Zunächst auf ein Jahr beschränkt

Die Öffnung des Biergartens ist ein erster, wichtiger Schritt zur Wiederbelebung der „Alten Klosterwirtschaft“. Entsprechend erleichtert ist auch Michael Jarnach. Der Eigentümer hat ob der geschlossenen Traditionsgaststätte viel Kritik einstecken müssen. „Ich bin sehr froh, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagt Jarnach. Die Klosterwirtschaft befindet sich seit Ende des 17. Jahrhunderts im Besitz seiner Familie. „Es steckt viel Herzblut drin. Ich will, dass es eine bayerische Wirtschaft bleibt“, betont Jarnach. Die Kritik an seiner Person sieht er „mit einem lachenden und weinenden Auge“: „Auf der einen Seite freut es mich, dass die Klosterwirtschaft einen solchen Stellenwert hat. Auf der anderen Seite habe ich nicht das Gefühl, dass ich etwas verschleppt hätte.“ Die Lage in der Gastronomie sei „zunehmend schwierig“ – und zwar unabhängig von Corona.

Die Pandemie habe die Situation nur noch verschärft. Mit der Spaten-Brauerei gebe es aber einen „tollen Partner“, der auch sein fachliches Know-how einbringen würde. Jarnach berichtet von einem brauereieigenen „Profi-Architekten“, der die Sanierungsarbeiten in der „Alten Klosterwirtschaft“ mitbegleitet und Kontakte zu Handwerksfirmen vermittelt. „Wir sind allen guten Mutes“, so Jarnach.

Lesen Sie dazu auch:Eröffnung steht in den Sternen: Kein Personal für Klosterwirt

und: Trauer um Pollinger Klosterwirt Lorenz Bartl

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