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Bernd Zimmer (r.) informierte über den Stand der Bauarbeiten zur „Stoa 169“.

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Stoa 169: Säulen kommen erst 2020

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Auf Spaziergang zur „Stoa 169“: Rund 50 Interessierte folgten am Sonntag der Einladung von Projektträger Bernd Zimmer, um sich über den Stand der Bauarbeiten zur Säulenhalle zu informieren. Die Kernbotschaft des Künstlers: „So wie ich es geplant habe, so wird es auch.“

Polling – Außer abgetragenem Erdreich und einer Kiesschicht samt Sauberkeitsbelag ist noch nicht viel zu sehen auf dem mit einem Bauzaun umrahmten „Stoa 169“-Grundstück an der Ammer. Am künftigen Standort der Säulenhalle wurde seit Baubeginn Mitte Oktober ein aufwendiger Grundaustausch vorgenommen. 

108 Betonmischer sind nötig

Statt dem nicht-tragfähigen Lößboden wurde eine frostschutzsichere Kiesschicht eingebracht. In etwa drei Wochen soll die Fundamentierung abgeschlossen sein. Das Ganze ist eine „logistische Herausforderung“, wie Zimmer beim Info-Spaziergang erklärte. Die Bodenplatte muss nämlich an einem Tag gegossen werden. Dazu werden 108 Betonmischer anrücken. „Das ist ein gigantisches Problem“, räumte Zimmer ein: „Aber wir wissen, wie wir es lösen.“

Vertrag mit Gemeinde

Nach den Konditionen des städtebaulichen Vertrags, den Zimmer mit der Gemeinde abgeschlossen hat, dürfen keine Baufahrzeuge über die Bahnhofstraße fahren. Nicht alle Fahrzeuglenker haben sich bislang an die Vorgaben gehalten. Zimmer berichtete von sieben Lastwägen und zwei Betonmischern, die verbotenerweise die Route über die Bahnhofstraße genommen hätten: „Das tut mir leid, aber wir haben das abgestellt“, entschuldigte sich Zimmer. 

Schwieriger Baustellenverkehr

Das Problem: Der Baustellenverkehr soll ausschließlich über die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Oderding und Polling laufen. Die Anfahrt von der Staatstraße aus ist aber für die größeren Fahrzeuge nur aus Richtung Peißenberg möglich. Für den Verkehr aus Richtung Weilheim ist der Spitz in die Verbindungsstraße am westlichen Ende der Bahnüberführung zu eng. Die Umkehrmöglichkeit über Oderding wurde den Lkw-Fahrern nach Protesten der Dorfbewohner ebenfalls untersagt. Nun kehren sie auf dem „Daller-Tracht“-Parkplatz um.

Kunst kommt 2020

Nach dem Guss der Betonplatte wird an der „Stoa 169“-Baustelle für fünf Monate aber erst einmal Ruhe einkehren. „Die Kunst kommt erst nächstes Jahr“, verkündete Zimmer. Von Mai bis August soll ein erster Bauabschnitt mit 81 Säulen über die Bühne gebracht werden. Mitte September wolle man die erste Eröffnung feiern, kündigte Zimmer an. Der zweite Schub solle dann bis 2021 abgewickelt und „die Landschaft total zurückgebaut“ werden mit Streuobstwiesen und Solitärbäumen. Zimmer sprach am Sonntag zudem von einem „Naturlehrpfad“, der als weiterer Zugangsweg neben dem Ammerdamm-Feldweg zur Säulenhalle angelegt werden soll.

Zwei Bauabschnitte

Dass die „Stoa 169“ in zwei Abschnitten realisiert wird, liege an den bautechnischen Abläufen: „Logistisch ist das nicht anders machbar“, so Zimmer. Aktuell habe man bereits von 110 Künstlern die Zusage, dass sie eine Säule gestalten werden – und zwar von allen Kontinenten. 

Zusage aus Australien

Auch Ozeanien werde vertreten sein. Erst kürzlich habe man aus Australien „von Stars der Aborigines-Kunstszene“ positive Meldung erhalten. „Die Welt wird unter dem Dach der Säulenhalle vereint“, schwärmte Zimmer. Die „Stoa 169“ sei eine „sensationelle Zusammenfügung von künstlerischen Ideen“ und „ein großes Zeichen für unsere Zivilgesellschaft“.

Auch Kritiker dabei

Unter die Spaziergänger hatten sich auch Kritiker des Projekts gemischt. Zimmer bemühte sich um Annäherung: „Schön, dass Ihr gekommen seid. Es will keiner etwas Böses. Kunst tut niemandem weh, sie ist ein Geschenk.“

Lesen Sie auch: „Stoa 169“: Die Bagger rollen.

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