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Adalbert Staltmayr im Heuboden des Bauernhauses, dessen Abriss er geplant hatte.

Denkmalschutz in Polling

„Bräu“-Haus darf nicht abgerissen werden

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Polling - Eigentlich wollte Adalbert Staltmayr mit seinem Bauunternehmen an der Probst-Hartl-Straße ein Doppelhaus bauen. Doch daraus wird nichts: Das baufällige Haus, das dem Neubau weichen sollte, wurde  überraschenderweise in die Denkmalliste aufgenommen.

Das wohl älteste bäuerliche Anwesen der Klostersiedlung in Polling ist das baufällige „Bräu“-Haus aus dem 18. Jahrhundert.

 Wer vor dem Haus an der Probst-Hartl-Straße 3 steht, das Staltmayr im März aus einem Nachlass gekauft hat, nimmt erst einmal ein sehr heruntergekommenes Gebäude wahr: Die Farbe und der Putz der Fassade sind großflächig heruntergebröckelt, die Fenster sind in miserablem Zustand, die Fensterläden fehlen teilweise ganz. Im Inneren bietet sich ein noch trostloseres Bild. Die Räume sind nicht nur stark renovierungsbedürftig, sondern in ihnen befinden sich auch noch große Mengen an Müll. Der ebenfalls herumliegende und herumstehende, großteils nostalgische Hausrat – von Geschirr bis zum Bügeleisen – würde allerdings wohl das Herz manches Sammlers höher schlagen lassen.

Trotz des maroden Zustands – für Polling hat das Haus durchaus historische Bedeutung: Es ist „das älteste bislang bekannte bäuerliche Anwesen der Klostersiedlung und repräsentiert als einziges die Bebauung Mitte des 18. Jahrhunderts“, teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Die anspruchsvolle Ausstattung insbesondere der Stube ist ein sprechendes Zeugnis für die Repräsentationsabsichten des damaligen Klosterbraumeisters Josef Schmid.“

Braumeister war der Namensgeber

1740 hatte Braumeister Schmid das Anwesen, das nach ihm „Bräu“ benannt wurde, erworben. Dessen Geschichte lässt sich aber bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dann nochmals um 1900 wurde das Haus umgebaut. Eine mit Holz vertäfelte Decke im Erdgeschoss und verblasste Verzierungen an den Wänden lassen vermuten, dass es dort früher einmal wesentlich gemütlicher war als heute. Das Gebäude zeige „besonders anschaulich das Bauen, Wohnen und Arbeiten der ländlichen Bevölkerung vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert“, teilte das Landesamt für Denkmalpflege mit.

In dem sogenannten Einhof integriert sind im Obergeschoss ein Heuboden und im Parterre ein Stall. Generationen von Kühen hätten dort schon Futter bekommen, sagt Adalbert Staltmayr beim Rundgang durch das Gebäude.

Staltmayr nimmt es mit Humor

Er ist nicht gerade begeistert, dass der Denkmalschutz, seine Abrisspläne durchkreuzte, nachdem der Pollinger Gemeinderat bereits dem Bauantrag für das Doppelhaus zugestimmt hatte. „Jetzt haben wir das Teil halt an der Backe“, sagt Staltmayr über das alte Haus, nimmt die Angelegenheit aber nicht ohne Humor. Und er will sich, wie er zum Ausdruck bringt, der Herausforderung stellen. Was mit dem alten Gebäude genau passiert, weiß der Bauunternehmer allerdings noch nicht. Mit seiner in Peißenberg ansässigen Firma habe er aber durchaus Möglichkeiten, aus dem Haus etwas zu machen, sagt er.

Vielleicht ist es ein Glücksfall, dass der ehemalige Bauernhof gerade bei ihm gelandet ist. Allerdings wird es laut Staltmayr noch einige Zeit dauern, bis das Gebäude saniert ist.

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