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Ein Traum in Magenta: Eine Gesprächsrunde mit Heike Friedrich (stehend) sowie (auf den Stühlen, v.l.) Matthias Osterwold, Michael Jarnach und Uli Schaegger eröffnete am Samstag die Ausstellungssaison im Regenbogenstadl Polling. 

Pollinger Regenbogenstadl

„Das schönste ‚Dream House’ weltweit“

Polling - Das Kunstwerk "Dream House" aus Klang und Licht gibt es seit 15 Jahren im Pollinger Regenbogenstadl. Aus diesem Anlass gab es ein Gespräch.

Seit 15 Jahren beherbergt Polling nun schon das „Dream House“ im Regenbogenstadl: ein begehbares Kunstwerk aus Klang und Licht, das das New Yorker Künstlerpaar La Monte Young und Marian Zazeela geschaffen hat. Als „schönstes ‚Dream House’ weltweit“ bezeichnet es Matthias Osterwold, Leiter des Tiroler Festivals „Klangspuren“ in Schwaz bei Innsbruck. Gemeinsam mit Uli Schaegger, dem künstlerischen Leiter des Pollinger Hauses, und Michael Jarnach, Kulturreferent in Polling, bestritt er am Samstagnachmittag ein Gespräch aus Anlass des „Geburtstages und der Eröffnung der Sommersaison.

Da der hintere und größte Ausstellungsraum nicht beheizbar ist, steht das Kunstwerk dem Publikum lediglich im Sommer offen. Pro Saison finden sich um die 600 Besucher ein. Viele kommen aus München, einige sind Touristen, aber auch Kunstliebhaber aus ganz Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und vereinzelt aus den USA schauen hier vorbei. Denn außer in Polling ist lediglich in New York ein „Dream House“ als dauerhafte Einrichtung vorhanden. So kann man hier über die Jahre, den Wechsel der Jahreszeiten, die Veränderung der persönlichen Wahrnehmung hinaus immer wieder vorbei kommen und neue Entdeckungen machen.

Zur Eröffnung herrschte großer Andrang und reges Interesse. Da überall Grüppchen ins Gespräch vertieft waren, kam die Wirkung des Dauertones in den beeindruckenden Räumen, die, ganz in Weiß ausgestattet, in magentafarbenes Licht getaucht sind, vermutlich nicht ganz wie geplant zur Geltung. Denn es geht ja darum, an der minimalen Veränderung die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Dennoch ließen sich Besucher auf den Sitzkissen am Boden oder dem Sofa nieder, um die Aura aufzunehmen. Die Böden sind mit dicken, weißen Teppichen ausgestattet, die das Licht wie die weißen Wände reflektieren. Ohne Schuhe steht man also sozusagen mitten im Kunstwerk. Hier fand auch das Expertengespräch statt, in dem es um die Rolle und Bedeutung Marian Zazeelas, also um den Licht-Teil des Kunstwerks ging. Schaegger, der unzählige Ausstellungen mit den Künstlern erarbeitet hat, erzählte Biographisches, auch Anekdotisches. Zazeela, Jahrgang 1940, hat den vier Jahre älteren Young, einer der führenden Vertreter der Minimal Music, 1962 kennengelernt. Die künstlerische Zusammenarbeit begann sofort: „Sie haben perfekt zusammengepasst und sich gegenseitig angefeuert“, erklärt Schaegger. Auf Jarnachs Frage, ob sie ihr zeichnerisches Werk mit dem Beginn der Lichtinstallationen beendet habe, antwortet er, dieses sei ja auch in den Lichtarbeiten enthalten.

Auch Osterwold betonte die künstlerische Eigenständigkeit Zazeelas und verwies darauf, dass Young ebenso von ihr profitiert habe wie sie von ihm. Dass Magenta keine Spektralfarbe ist, sondern nur durch Mischung von Rot und Blau entsteht, erwähnte Jarnach. Schaegger ergänzte, dass diese Wirkung schon den mittelalterlichen Baumeistern bekannt war, wie etwa an den Fenstern in Notre Dame zu sehen sei. Was diese Farbkombination aber genau mit dem Klang zu tun hat, blieb letztlich ungeklärt. Es gebe da wohl keine direkten Analogien, meinten die Experten. Der weitere Austausch mit dem Publikum wurde in den Weinkeller verlegt.

Geöffnet

ist der Regenbogenstadl von Mai bis Oktober jeweils am Samstag („Raga Sundara in Imagic Light II“, 15-18 Uhr) und Sonntag („The Well-Tuned Piano in The Magenta Lights“, 13-19.30 Uhr) sowie nach Vereinbarung. Info: 0881/ 417 718.

Sabine Näher

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