+
Dtei Stimmzettel zu viel sind in Etting aufgetaucht. 

Drei Wahlzettel zu viel in Etting

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
    schließen

Martin Pape (CSU) wurde bei der Kommunalwahl in Polling zum neuen Bürgermeister gewählt. Das Ergebnis wurde durch den Wahlausschuss bereits festgestellt und ist damit amtlich. Bei den Gemeinderatswahlen hakt es hingegen. Der Grund: Im Stimmbezirk „Etting“ tauchten drei Wahlzettel zu viel auf.

Polling – Susanne Zwick ist um ihren Job als Pollings Wahlleiterin nicht zu beneiden. Bereits am Wahlabend brauchte die Rathausmitarbeiterin gute Nerven. Dass zwischen Martin Pape und Amtsinhaberin Felicitas Betz (Wahlgemeinschaft Polling) keine Stichwahl notwendig wurde, entschied sich lediglich um die Winzigkeit von einer Stimme. „Das war superknapp. Für mich war sofort klar, dass wir noch mal auszählen müssen“, so Zwick im Gespräch mit der Heimatzeitung. Erst am Tag darauf konnte das Votum für Pape offiziell verkündet werden (wir berichteten).

Doch bei den Gemeinderatswahlen hakt es: Im Zuge der Unterlagensichtungen wurde relativ schnell klar, dass im Stimmbezirk Etting 135 statt der ursprünglich 132 ausgegebenen Stimmzettel in der Urne lagen. Ein Versehen oder Manipulation? Über die Gründe kann im Nachhinein nur spekuliert werden. „Man kann es nicht mehr nachvollziehen, woher die drei Stimmzettel kommen“, erklärt Zwick. Möglich wäre es, dass beim Falzen der Zettel von den Wahlhelfern statt einem zwei verteilt wurden. Denkbar wäre es aber auch, dass sich jemand unerlaubter Weise Briefwahlunterlagen von dritter Seite besorgt hat und sie bei der Stimmabgabe im Wahllokal in die Urne geworfen hat.

Doch welche Konsequenzen haben die „Unregelmäßigkeiten“ im Stimmbezirk „Etting“? Im Pollinger Rathaus hat man laut Zwick „hypothetische Berechnungen“ angestellt und zum Beispiel „Maximalstimmenanzahlen“ vergeben. Das Ergebnis: An der Wahlarithmetik, also der Sitzverteilung im Gemeinderat, würde sich in keinem Fall etwas ändern. Selbst wenn der komplette Stimmbezirk „Ettingnochmal an die Wahlurne treten würde, das Gesamtergebnis wäre das gleiche. Die Wahlgemeinschaft Polling würde demnach ihre fünf Sitze behalten, die CSU ihre vier und die Gemeinsame Wählerschaft Etting, die Unabhängige Wählerliste Polling-Etting-Oderding sowie die Wahlgemeinschaft Oderding jeweils ihr zwei Mandate. Was sich ändern könnte, aber auch nur theoretisch, wäre lediglich die personelle Besetzung der Wahlgemeinschaft Oderding. Neben Tobias Schägger (763 Stimmen) steht aktuell Lukas Frühschütz (527) auf der Mandatsliste. Allerdings hat letzterer intern nur zwei Stimmen Vorsprung auf Nikolaus Frühschütz.

Wie es nun weitergeht, wird letztlich die Rechtsaufsicht am Landratsamt entscheiden. Laut Zwick gibt es mehrere Szenarien, die von einer kompletten oder nur auf Etting bezogene Wiederholung der Gemeinderatswahlen bis hin zu einer Bestätigung des Ergebnisses reichen würden. Letzteres wäre der Fall, wenn das Landratsamt der Auffassung folgt, dass eine Wiederholung nicht verhältnismäßig wäre. „Aber das liegt nicht in unserem Kompetenzbereich“, konstatiert Zwick, die bis nächste Woche eine „Marschrichtung“ vom Landratsamt erwartet. Ob sie Lust, hat in sechs Jahren wieder als Wahlleiterin zu fungieren? „Ich wäre jedenfalls auf viele Fragen vorbereitet“, erklärt Zwick.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gemeinde Bernried will Kloster kaufen
Gemeinde Bernried will Kloster kaufen
73-Jährige von Lastwagen überfahren
73-Jährige von Lastwagen überfahren
Wielenbach lehnt Ausbau der B 2 ab
Wielenbach lehnt Ausbau der B 2 ab
Sporthallen-Sanierung in Penzberg: Es dauert noch ein Jahr länger - und es wird teurer
Sporthallen-Sanierung in Penzberg: Es dauert noch ein Jahr länger - und es wird teurer

Kommentare