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2013 gab Paolo Thorsen-Nagel mit seiner  Jazzformation in der Weilheimer Musikschule ein Konzert.

Was macht eigentlich... Paolo Thorsen-Nagel?  

Er bringt die „documenta“ zum Klingen

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2013 stellte der Jazzgitarrist Paolo Thorsen-Nagel seine erset CD vor. Seitdem hat sich bei dem früheren Pollinger einiges getan.

Polling/Athen – Es hat sich viel getan, seit der Jazzgitarrist Paolo Thorsen-Nagel im April 2013 seine erste eigene CD („And On“) in Weilheim vorgestellt hat. Zurzeit macht der 32-Jährige, der in Chicago geboren und in Polling aufgewachsen ist, jedoch nicht mit neuer Band oder neuem Album von sich reden – sondern als Programm-Macher der „documenta 14“: Thorsen-Nagel ist „Berater für Sound und Musik“ bei der wohl weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die im April in Athen begonnen hat. Er betreut Soundprojekte in der Kunstschau selbst und gestaltet ein Konzertprogramm mit Avantgarde-Musikern aus aller Welt.

Für diesen nicht alltäglichen Job lebt und arbeitet der frühere Pollinger seit anderthalb Jahren in der griechischen Hauptstadt. Rund 40 Veranstaltungen betreut er dort bis Juli, zum Beispiel die Reihe „Listening Space“, die Klängen „außerhalb etablierter Hierarchien der Musikproduktion und -aufführung“ Raum geben, deren sozialkritische und politische Dimensionen zu Gehör bringen will. Beim Auftaktkonzert trat Thorsen-Nagel selbst mit Kollegen aus Berlin auf: Zwischen Musiker und Zuhörer wurde dabei eine große Papierwand gezogen – um zu erkunden, wie sich das Hören verändert, wenn kaum etwas zu sehen ist. Hauptort des „Listening Space“ ist der „Romantso“, ein Komplex aus Galerien und Clubs. Aber auch die große, zentrale Konzerthalle „Megaron“, das Athener Konservatorium und eine Kirche werden bespielt.

Seine Position bei der „documenta“ nennt der 32-Jährige „ein Geschenk“: „Ich weiß diese Möglichkeit, mit so tollen Leuten in Kontakt zu kommen, sehr zu schätzen.“ Ergeben hat sich die Mitarbeit über Schweizer Kontakte: Schon während des Studiums (Jazzgitarre und Performance) an der Musikhochschule Basel hatte Paolo Thorsen-Nagel, dessen musikalischer Weg in der Bigband des Gymnasiums Weilheim begann, erfolgreiche Auftritte in der Kunsthalle Basel. Deren ehemaliger Direktor Adam Szymczyk wurde dann künstlerischer Leiter der „documenta 14“. Zudem ist Paolos Partnerin, die Autorin Quinn Latimer, für die Publikationen der „documenta“ verantwortlich.

Seit das junge Paar in Athen ist, lebt es dank „documenta“ in einem Ausnahmezustand, der „wenig Platz für anderes“ lässt, wie Thorsen-Nagel erzählt. Bis Ende September wird sich daran nichts ändern: Im Juni wird – erst parallel zu Athen, dann für weitere 100 Tage hauptsächlich – der „documenta“- Stammsitz Kassel Arbeitsort der beiden. Und danach? „Kein Plan“, sagt der einstige Pollinger, dessen Mutter Lindy Thorsen in ihrer Pollinger Zeit legendäre Jazzkonzerte und Electro-Partys veranstaltete. Vielleicht bleibe er noch ein paar Monate privat in Athen, wo eine lebendige Kunstszene der Krise trotze, eine inspirierende Atmosphäre herrsche. Gerne will er selber wieder Musik machen, aber auch weiterhin – „über den reinen Jazz, das reine Instrument hinaus“ – das weite Feld „Musik und Sound“ ausloten. So oder so: Man wird davon hören.

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