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Dieses Bild vom Juni 2016 entstand am Tiefenbach. Große Wassermassen machten sich damals im Dorf breit. Es wurde Katastrophenalarm ausgerufen. 

Polling: Planungsbüro stellt ersten Konzept-Entwurf vor

Viele Ideen für den Hochwasserschutz

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Die Bevölkerung von Polling kann von Überschwemmungen ein Lied singen. In Zukunft soll sie vor Hochwasser besser geschützt werden. Wie das gehen könnte, zeigte Ingenieur Georg Kokai bei der  jüngsten Gemeinderatssitzung auf.

Polling – Rückhaltebecken im Bereich des Rettenbachs und des Ettinger Bachs, der Ausbau des – teilweise unterirdisch verlaufenden – Russengrabens und vieles mehr stellte Kokai als mögliche Maßnahmen vor. Diese gehören zum ersten Entwurf des Hochwasserschutzkonzeptes für Polling, den Kokais ortsansässiges Planungsbüro entwickelt hat.

Bürgermeisterin Felicitas Betz betonte bei der Gemeinderatssitzung, es sei damit zu rechnen, dass an diesem Entwurf noch Änderungen vorgenommen werden, ehe das Hochwasserschutzkonzept dann endgültig steht. Die Bevölkerung ist aufgerufen, für dieses Vorschläge zu machen.

Für Bürger, die befürchten, dass sie noch lange auf die ersten Schutzmaßnahmen aus dem Konzept warten müssen, hatte Betz eine gute Nachricht: Wenn das Wasserwirtschaftsamt die Planungen im Grundsatz befürworte, könne die Gemeinde mit den ersten Vorhaben, die vom Freistaat gefördert werden, „in die Umsetzung gehen“. „Wir müssen also nicht mit allen Maßnahmen fünf Jahre warten“, so Betz.

2018 könnte es losgehen

Ingenieur Kokai hält es für realistisch, dass ab Mitte 2018 die ersten Bauprojekte aus dem Hochwasserschutzkonzept verwirklicht werden. Betz wünscht sich, dass dann in Bereichen gearbeitet wird, in denen schnell eine Entlastung zu erreichen ist, etwa beim Russengraben.

Untätig in Sachen „Hochwasserschutz“ war die Gemeinde auch bislang nicht: So vergab der Gemeinderat vor kurzem den Auftrag für den Einbau von Spundwänden, um den Damm zwischen Russengraben und Tiefenbach im Norden von Polling zu stabilisieren. Auf diese Art soll verhindert werden, dass Wasser vom Tiefenbach in den Russengraben fließt und es infolgedessen zu einem Rückstau von Wasser und zu Überflutungen im Dorf kommt.

„Die Kosten tragen wir zu 100 Prozent selber“, sagte Betz auf Nachfrage der Heimatzeitung über das Spundwand-Projekt. Fördermittel gebe es für die sofort notwendige Maßnahme keine. Daher muss die Gemeinde etwa 30 000 bis 40 000 Euro aufbringen.

Und wie geht es nun in Sachen „Hochwasserschutzkonzept“ weiter? Der Pollinger Gemeinderat sprach sich am Donnerstag einstimmig dafür aus, den Entwurf des Büros Kokai in den zuständigen Ausschüssen weiter zu beraten.

Zu den Maßnahmen, die das Ingenieurbüro Kokai in den ersten Entwurf des Hochwasserschutzkonzepts für Polling aufgenommen hat, gehören: 

- ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von rund 100 000 Kubikmetern im Bereich des südlich von Polling gelegenen Rettenbachs,

- ein noch größeres, zweigeteiltes Rückhaltebecken im Bereich des Ettinger Bachs beidseits der Obermühlstraße (Richtung Jakobsee und Richtung Etting); die Obermühlstraße müsste laut Ingenieur Georg Kokai im Zusammenhang mit diesem Projekt um etwa 70 Zentimeter angehoben werden, 

- der Ausbau des Russengrabens mit Neubau der gesamten Rohrleitungen auf einer Länge von etwa 500 Metern. 

Offen ist nach den Worten Kokais noch, ob zum Schutz von bebauten Bereichen in der Nähe des Tiefenbachs Mäuerchen angestrebt werden. „Eventuell geht es auch anders“, so der Ingenieur. Laut Bürgermeisterin Felicitas Betz könnte als Alternative ein kleiner, begrünter Wall genauso in Frage kommen wie kleinere Rückhaltebecken. Ausgerichtet wird das gesamte Hochwasserschutzkonzept nach Betz’ Worten auf ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser (das sei Voraussetzung für die Förderung durch den Freistaat). 

Im Entwurf, den Kokai vorstellte, ist auch eine Bachräumung in Etting in diesem Jahr vorgesehen. In Polling gab eine solche Maßnahme bereits am Tiefenbach (wir berichteten). „Das Ausbaggern hat viel gebracht“, sagte Martin Pape (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag.

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