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Auf hohem Niveau: das „Vokalensemble Polling“ beim Adventskonzert in der Pollinger Stiftskirche. 

Extravaganzen im warmen Licht

Großer Andrang herrschte am Samstagabend beim Adventskonzert in der Stiftskirche. Tatsächlich gab es Musik mit dem gewissen Extra, denn der Chor griff auch in jazzige Gefilde aus und die Instrumentalisten führten mit einem Vibraphon zu seltenen Klangeindrücken.

Polling Indirektes Licht ließ den Stuck wie von innen leuchtend aussehen: Die Pollinger Klosterkirche empfing mit festlicher Atmosphäre. Die Zuhörerzahl – fast 200 – entsprach dem hohen Niveau des Konzerts, das allerdings durch eine herausfordernde Innentemperatur einige Kälteresistenz abverlangte. Sogar die Bläser mussten häufiger die Trompeten und Posaunen behauchen, damit diese noch spielbar blieben.

Noch warm und mit Sofortstart begann das „Blechbläser-Ensemble Starnberger See“, darunter der vielseitige Trompeter Bernd von Hösslin: Reine Harmonien, sacht und klar in den Kirchenraum gestellt, machten sogar bekannte Weihnachtslieder – instrumental arrangiert von Heinrich Bruckner – neu erlebbar. Besonders nah ging der selten zu hörende „Pöllauer Weihnachtsjodler“, dessen alpine Melodiebögen wie eine große, stille Andacht nachklangen.

Die rund 20 Choristen vom „Vokalensemble Polling“ unter der Leitung von Stephan Niebler folgten den fünf Bläsern mit genausoviel Anspruch. Mit bald summenden Zeilen, bald mit Silbengesang („Bam, bam, mmh“) wurde dem Klassiker „Es wird scho glei dumpa“ gewissermaßen eine jazzige Stola umgelegt. Historisch getreu und sorgsam wie von einer traditionellen Gesangs-Schola fand sich hingegen „Veni Emanuel“ interpretiert.

Sodann begeisterte der Chor mit einem „Ave Maria“, das durch die geschickt differenzierte Anordnung der Vokalisten sogar siebenstimmig erklang – fast glaubte man, es sei hier ein Chor nebst separaten Solisten angetreten. Und ganz falsch war der Eindruck nicht, denn in einem leicht gospeligen Stück („Underneath the stars“) trat tatsächlich eine klare Sopranstimme hervor. Auch wenn manche Stücke „nur normal“ interpretiert wurden, lag die Quote der herausragend intensiven Arrangements sehr hoch.

Der Einsatz des Vibraphons – gespielt von Christoph Hobmair – unterstrich den Eindruck eines außergewöhnlichen Konzerts. Zwar wurde das Instrument in Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ von den Bläsern etwas arg übertönt, dafür füllte es in „Der Engel Lieder“ umso effektvoller die sachten Nachklang-Phasen des Blechs. Die solistische Präsentation von „Blues for Gilbert“ passte – trotz des profanen Titels – wunderbar: Das Vibraphon fand zu meditativem Klingen und Weiterschweben; ein Adventseindruck ganz neuer Art. Mit dem Lied „Es ist ein Ros entsprungen“ fing das Konzert die Extravanganzen wieder ein und schloss edel und exakt.

Andreas Bretting

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