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Generationswechsel bei der Wehr: (v.l.) Markus Pawlowski, Sebastian Boscolo, Anton Schöttl, Michael Mayr.

Feuerwehrkommandant Schöttl hört auf

Zum Dank ein Wochenende im „Pollinger Hof“

Polling - Pollings Feuerwehrkommandant Anton Schöttl gibt sein Amt nach 21 Jahren ab.  Sebastian Boscolo wird sein Nachfolger.

Die Pollinger Feuerwehr hat neue Kommandanten. Nachdem Anton Schöttl nicht mehr kandidierte, wurde in der Hauptversammlung, zu der am Samstag 33 wahlberechtigte Aktive ins Feuerwehrhaus gekommen waren, Sebastian Boscolo zu seinem Nachfolger gewählt. Stellvertreter ist Michael Mayr.

Schöttl war von 1991 bis 1995 stellvertretender Kommandant, danach Kommandant. In dieser Zeit hatte er 603 Einsätze und war insgesamt 12 672 Stunden – das entspricht fast anderthalb Jahren – für die Feuerwehr tätig. Seinen größten Einsatz hatte er beim Pfingsthochwasser 1999, bei dem die Wehr unter anderem den Trifthofanbinder in Weilheim freipumpte, seinen entferntesten in Dessau – ebenfalls wegen Hochwassers. Letzteres beschäftigt die Wehr immer öfter, so Schöttl. In seiner 43-jährigen Dienstzeit hatte er sechs solche Einsätze in immer kürzeren Abständen: 1979, 1999, 2005, 2010, 2013 und 2015.

Mit Spendenaufrufen habe er sich bewusst zurückgehalten: „Alle fünf Jahre ein Aufruf reicht.“ Die Bürger hätten dies honoriert. 30 000 Mark spendeten sie 1998 für neue Schutzkleidung, 11 000 Euro für das TLF 16/25 und 28 000 Euro für ein neues Fahrzeug. Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben war die Beteiligung an der 1250-Jahrfeier der Gründung Pollings .

Die Feuerwehr bedankte sich mit einem Gutschein für ein Wochenende im „Pollinger Hof“ in Meran bei Schöttl, der als Motivation angab: „Die Triebfeder war, Menschen in Not zu helfen.“

Die Feuerwehr, die Ende 2015 48 Aktive zählte, hatte 2015 49 Einsätze, 20 mehr als 2014. Insgesamt wurden 749 Einsatzstunden geleistet, 2014 waren es nur 339. Zusammen mit Übungen und anderen Tätigkeiten wurden 3250 Stunden eingesetzt.

Dank für die Feuerwehr gab es nicht nur von Bürgermeisterin Felicitas Betz. Auch Vertreter des Helferkreises und ein Asylbewerber waren gekommen, um sich für die Nutzung der Räume im Feuerwehrhaus zu bedanken. Auf die Wehr kommen mehrere Probleme zu, wie Betz feststellte. Nachwuchs und Einsatzfähigkeit werden geringer. Dass es an Nachwuchs fehle, liege nicht nur am demografischen Wandel – sondern auch daran, dass Jugendliche in dem Alter, in dem sie zur Jugendfeuerwehr gehen können, bereits in anderen Vereinen sozialisiert seien. Die Einsatzfähigkeit der Aktiven leide vor allem daran, dass heute viele Bürger weit entfernt vom Wohnort arbeiteten. Hinzu komme eine zunehmende Belastung in Beruf und in der Wehr. Die Anzahl der Einsätze steige ebenso wie der bürokratische Aufwand, so Vorsitzender Markus Pawlowski. Mehr Bürokratie kommt jetzt noch hinzu. Die Satzung von 1984 muss überarbeitet werden. Erfreuliches gab es aus dem Vereinsleben zu berichten. Das erste Sonnwendfeuer war so gut besucht, dass es heuer wiederholt wird.

Alfred Schubert

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