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Ab 40 Zentimeter wird es kritisch: Walter Hildebrandt, Geschäftsleiter der Gemeinde, zeigt einen der beiden Pegelmesser, die bei Hochwassergefahr Alarm auslösen. Dieser hier steht am Rettenbach, der andere am Tiefenbach. 

Frühwarnsystem an Rettenbach und Tiefenbach

Hochwasser-Warnung per SMS

Polling - In Polling ging gerade ein Hochwasser-Frühwarnsystem an Rettenbach und Tiefenbach in Betrieb. Am Montag schlugen die Pegelmesser zum ersten Mal Alarm.

 Seit knapp einer Woche gibt es in Polling ein Frühwarnsystem, dass vor Hochwasser warnt, wenn die Bachpegel steigen. Anfang der Woche schlug dieses zum ersten Mal Alarm. Walter Hildebrandt, Geschäftsleiter der Gemeinde, erklärt, wie die Geräte funktionieren und was passiert, wenn sie Hochwassergefahr melden.

„Wir haben jeweils ein Messgerät im Rettenbach und eines im Tiefenbach montiert. Sie bestehen aus zwei Metallrohren. Eines dient zur Stabilisierung, das andere misst den Pegel“, sagt Hildebrandt. Steigt das Wasser höher als normal, so werden drei Meldestufen unterschieden. Bei Meldestufe eins geschieht vorerst noch nichts. „Ab Meldestufe zwei werden fünf Leute aus der Gemeinde per SMS benachrichtigt. Das sind neben mir auch die Feuerwehr und der Bauhof. Ab diesem Zeitpunkt sind wir in Alarmbereitschaft“, so Hildebrandt. Wenn die Pegelmesser Hochwassergefahr melden, könne die Gemeinde anhand der Wetterprognose und der Regenmenge vorhersagen, wie sich die Pegel der Pollinger Bäche nach dem ersten Alarm der Messgeräte in den kommenden Stunden entwickeln.

„Doch zuerst müssen wir Erfahrungen sammeln, um in Zukunft eine präzise Prognose treffen zu können“, sagte der Geschäftsleiter der Gemeinde. Wird Hochwasser erwartet, so könnten dank der Pegelmesser früher Maßnahmen getroffen werden, um Schlimmeres zu verhindern. „Dann heißt es Sandsäcke füllen und Verbauungsmaßnahmen treffen“, sagt Hildebrandt.

Doch die Pegelmesser seien nur ein weiterer Schritt, um den Ort vor Überflutung zu schützen. Abhilfe könne erst ein Hochwasserschutz-Konzept mit baulichen Maßnahmen schaffen. „Wir müssen das Problem an der Wurzel im Süden von Polling packen und bei Bedarf das Wasser dort zurückhalten. Wir haben uns dort schon einige Grundstücke angeschaut“, sagte Hildebrandt. Am morgigen Donnerstag will sich der Gemeinderat in der nichtöffentlichen Sitzung über mehrere Konzepte von verschiedenen Ingenieurbüros beraten und sich entscheiden, welches davon umgesetzt werden soll. Wie bereits in der Bürgerversammlung vergangene Woche deutlich wurde, wird es einige Jahre dauern, bis Polling einen wirksamen Hochwasserschutz hat.

Jonas Regauer

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