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Pollings zweiter Bürgermeister Martin Pape möchte, dass Bürger über die Planvarianten zur Weilheimer Umgehung informiert werden.

Straßenbau

Polling: Pape fordert Infos zu Weilheimer Umgehung

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Pollings zweiter Bürgermeister Martin Pape geht wegen der Weilheimer Umfahrungs-Pläne in die Offensive: Er fürchtet negative Auswirkungen für seine Gemeinde. Pape verlangt nach einer öffentlichen Infoveranstaltung.

Polling Die Pläne für eine Weilheimer Umfahrung werden im Pollinger Gemeinderat durchaus skeptisch gesehen. Während Bürgermeisterin Felicitas Betz keine großen Bedenken wegen einer zunehmenden Verkehrsbelastung für den Ort hat (wir berichteten), sieht dies zumindest ihr Stellvertreter anders. Er fürchte sehr wohl Auswirkungen, teilt der zweite Bürgermeister und Oderdinger Martin Pape der Heimatzeitung mit. „Wir als Gemeinde sind grundsätzlich betroffen.“ Der Rathaus-Vize zieht negative Erfahrung mit ähnlichen Straßenbauprojekten heran. Seit Eröffnung der Hohenpeißenberger Umgehung Ende 2017 hätten vor allem die Oderdinger und die Pollinger das Problem, dass sich die Wartezeiten beim Einfahren auf die Staatsstraße 2058 zu den Hauptverkehrszeiten „deutlich erhöht haben“. Dieser Effekt sei bereits bei Eröffnung des Guggenbergtunnels und später der Peißenberger Umfahrung im Jahr 2008 zu spüren gewesen. Schon jetzt verzeichne die an Oderding vorbeiführenden Staatsstraße 2058 rund 25 000 Fahrzeuge täglich, sagt Pape und beruft sich auf Zahlen des Staatlichen Bauamts. Probleme sieht er bei einer West-Trasse – unter anderem bei einer Anbindung des Gewerbegebiets Achalaich, zum Beispiel beim Hochwasserschutz.

Pape hatte im November einen Antrag im Gemeinderat gestellt. Die Verwaltung solle in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt und dem Wasserwirtschaftsamt eine Infoveranstaltung initiieren. Dem zweiten Bürgermeister geht es um die „Auswirkungen möglicher Varianten auf die Pollinger und vor allem Oderdinger Flur“ in Bezug auf Flächenbedarf, Verkehrsverhalten und Hochwasserschutz. Als Veranstaltungsort will Pape das Dorfgemeinschaftshaus in Oderding haben. „Der mögliche Termin sollte möglichst zeitnah stattfinden“, schrieb er Ende November am Tag der Ratssitzung per E-Mail an das Rathaus. Bislang warte er auf ein Datum für die Veranstaltung, teilte Pape nun mit. Laut Rathaus-Geschäftsleiter Walter Hildebrandt ist ein Termin „in Vorbereitung“.

Pape möchte, dass Bürger Planvarianten kennen

Pape möchte mit seinem Vorstoß erreichen, dass auch die Bürger etwas über die Planvarianten erfahren. Bislang hatte das Staatliche Bauamt nach eigener Aussage nur den Gemeinderat im Januar 2018 informiert. Pollings zweiter Bürgermeister fordert: „Bei der Planung muss großflächiger gedacht werden. Sprich, die Ziel- und Quellverkehre aus und in Richtung Peißenberg, Murnau, Seeshaupt, Starnberg und Wessobrunn müssten Berücksichtigung finden. Dies gelte im Übrigen ebenso für eine mögliche Umfahrung von Huglfing und Oberhausen, „die wiederum auch nicht zu Lasten der anderen Gemeinden stattfinden darf“.

Grundsätzlich aber spricht Pape den Weilheimern nicht die Notwendigkeit einer Verkehrsentlastung ab. Diese sei zwingend notwendig. Allerdings „ohne Belastung der umliegenden Gemeinden und vor allem unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes, ohne dabei die Umweltverträglichkeit außer Acht zu lassen“.

Seeshaupt lehnt Ost-Umfahrung ab

Wie berichtet, stoßen die Varianten einer Weilheimer Umfahrung nicht in allen Nachbargemeinden auf Gegenliebe. In Seeshaupt lehnen Gemeinderat und Bürgermeister Michael Bernwieser eine Ost-Umfahrung ab, sie fürchten eigene Verkehrsbelastungen. In Wielenbach sagen die Räte und Rathauschef Korbinian Steigenberger wegen möglicher Auswirkungen „Nein“ zu einer langen West-Variante.

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