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Bei einem Rundgang informierte sich Gesundheitsministerin Melanie Huml (Mitte) über das Pollinger Hospiz. Renate Dodell (rechts), Vorsitzende des „Hospizverein im Pfaffenwinkel“, erklärte ihr die Einrichtung. Links im Bild ist Dr. Sibylle Mutert, Referatsleiterin am Gesundheitsministerium, zu sehen. 

Gesundheitsministerin Melanie Huml zu Besuch

Hospiz Polling: „Das Sterben ins Leben integrieren“

Der „Hospizverein im Pfaffenwinkel“ feierte sein 25-jähriges Bestehen. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml feierte mit.

Polling/Weilheim – 1992 wurde der „Hospizverein im Pfaffenwinkel“ gegründet, Dr. Johannes Langer war gerade ein halbes Jahr Hausarzt in Weilheim. Und der junge Hausarzt war froh, mit dem Verein in Kontakt treten zu können. Denn auf das Thema „Sterbebegleitung“ war er trotz all seiner medizinischer Kenntnisse „nicht sonderlich gut vorbereitet“. Und die Unterstützung des Hospizvereins nutzt Langer noch heute, wenn es um die Versorgung der Menschen über das rein Medizinische hinaus geht, wie er am Montagabend bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Gemeinsam gehen“ zum 25-jährigen Bestehen des Vereins erzählte – vor rund 100 Gästen in der Sparkasse in Weilheim.

Wie die Festrednerin, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml, betonte auch Langer, wie wichtig es sei, „das Sterben ins Leben zu integrieren“. Das ist einer der wesentlichen Ansätze des Hospizvereins, der am 21. März 1992 gegründet worden ist (wir berichteten).

Dass der Festakt mit dem Besuch der zuständigen Ministerin exakt auf das Gründungsdatum fiel, war „reiner Zufall“, wie die Vorsitzende Renate Dodell bekannte. Erst als die Ministerin zugesagt hatte, sei Schwester Angela Kirchensteiner, der Leiterin des ambulanten Hospizdienstes in Bernried, die Übereinstimmung aufgefallen.

Huml, selbst Ärztin, betonte sowohl bei ihrem Besuch im Hospiz in Polling wie auch bei der anschließenden Ausstellungseröffnung in Weilheim, wie wichtig eine gute Palliativ- und Hospizversorgung sei. Wo die funktioniere, „geht der Wunsch nach Sterbehilfe gegen Null“. Die Ministerin sieht Gesetzesänderungen in der EU, aktive Sterbehilfe zu erleichtern, äußerst kritisch. „Was ist das für ein Signal an die Gesellschaft?“, so die Ministerin.

Voll des Lobes war Huml über die Arbeit des „Hospizvereins im Pfaffenwinkel“, den ihre frühere Landtagskollegin und Parteifreundin Renate Dodell seit 2011 führt. Sowohl das stationäre Zehn-Betten-Hospiz im Kloster Polling als auch die ambulante Begleitung von Bernried aus seien Angebote an schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen – es gibt aktuell allein rund 150 Hospizhelfer – sei nicht hoch genug einzuschätzen. Sie forderte die ehrenamtlichen Sterbebegleiter aber auch auf, an sich selbst zu denken. „Das ist keine Arbeit, bei der man die Tür zumacht und alles ist vergessen.“

Zu den Gratulanten zählte auch der evangelische Dekan Axel Piper, der sich „als bekennender Fan des Hospizes“ bezeichnete. Es sei eine „eigenartige Zeit, in der wir leben“. Im Fernsehen seien nur noch Filme über Tod und Sterben zu sehen, andererseits werde das Thema in der Gesellschaft tabuisiert. Aber gerade eine Angst, die ständig verdrängt werde, werde größer, so der Geistliche.

Vorsitzende Renate Dodell erinnerte noch einmal an die Grundsätze des Vereins wie „ambulante Versorgung vor stationärer Versorgung“ und betrieb Mitgliederwerbung. Derzeit habe der Hospizverein 985 Mitglieder, das 1000. Mitglied bekomme eine Kutschfahrt in Bernried mit dem dortigen Bürgermeister und Vorstandsmitglied Josef Steigenberger geschenkt.

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