Deutsche trinken weniger Bier
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Symbolbild

Eigentlich hätte es im Mai losgehen sollen

Hoffnung für beliebten Biergarten - dann kam Corona

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Bei schönem Wetter unter den Kastanien sitzen und sich kulinarisch verwöhnen lassen – das hätte eigentlich ab Mai auch wieder im Biergarten der „Alten Klosterwirtschaft“ in Polling möglich sein sollen. Die Corona-Krise hat die Wiedereröffnungspläne nun aber vorerst zunichte gemacht.

Polling – Es war ein und dieselbe Frage, die Alfred Erhard (Wahlgemeinschaft Polling) in den vergangenen beiden Jahre unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ im Pollinger Gemeinderat immer und immer wieder stellte – und auch in der letzten Gremiumssitzung Wahlperiode durfte das Ritual nicht fehlen: „Wann wird die Klosterwirtschaft wieder eröffnet?“, wollte Erhard in gewohnter Manier von seinem Fraktionskollegen Michael Jarnach wissen.

Der Kulturreferent des Gemeinderats und Eigentümer der Gastwirtschaft reagierte in der Vergangenheit teils mit ernster Miene, teils aber auch schmunzelnd auf die wiederkehrende Frage. Bei der jüngsten Sitzung bekam Erhard nun erstmals eine konkrete Antwort: „Wir hatten gute Chancen, den Biergarten im Mai zu öffnen und später sukzessive auch wieder die Klosterwirtschaft – und dann kam Corona“, erklärte Jarnach.

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Kurze Rückblende: Im April 2018 musste die Klosterwirtschaft nach dem unerwarteten Tod von Pächter Lorenz Bartl geschlossen werden. Seitdem steht Jarnach als Eigentümer mit der Spaten-Brauerei in engem Austausch respektive in Verhandlungen. „Die Brauerei steht auf unserer Seite. Sie verhält sich sehr kooperativ“, betont Jarnach auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Noch dämmert die Klosterwirtschaft in Polling im Dornröschenschlaf. Das hätte sich eigentlich im Mai ändern sollen. Doch dann kam Corona.

Dass die über 500 Jahre alte Traditionsgaststätte bislang nicht wiedereröffnet werden konnte, lag laut Jarnach nicht etwa an einer erfolglosen Pächtersuche, sondern unter anderem an dem Fachkräftemangel in der Gastronomiebranche (wir berichteten). Das Problem hätte nun aber offenbar gelöst werden können.

Jarnach hat seit einiger Zeit einen potentiellen Pächter mit dem notwendigen Personalstamm an der Angel, der, wie er sagt, „die Liebe zum Objekt und die Bindung zu Polling mitbringen würde“. „Er wäre die ideale Besetzung und ein Glücksfall“, erklärt Jarnach, ohne die Identität zu verraten – nur so viel: „Den Namen würde man in Polling kennen.“ Geplant war, den Biergarten im Mai zu eröffnen und dann bis zum Herbst respektive bis Weihnachten auch die Klosterwirtschaft selbst. „Das ist durch Corona jetzt erst einmal auf Eis gelegt“, sagt Jarnach. Das Problem: Der potentielle Pächter führt derzeit noch ein Objekt in München. Wie es mit der Gastronomiebranche in Zeiten der Pandemie weitergeht, ist noch nicht absehbar – vor allem nicht, wie die Betriebe finanziell überleben können.

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Ob sich der potentielle Pächter angesichts der Krisenlage in ein neues Abenteuer begeben oder in München bleiben will, ist laut Jarnach noch ungewiss. Derzeit würde die Brauerei und er als Eigentümer überlegen, die „zwangstote Zeit“ zu nutzen und die Klosterwirtschaft baulich und technisch auf Vordermann zu bringen. Jarnach spricht von einem „Modernisierungskonzept“ respektive von „Dingen, die man schwer im laufenden Betrieb machen kann“.

Der Haken: Es gibt eben noch keinen festen Pächter, mit dem die Planungen abgestimmt werden könnten: „Da läuft man Gefahr, dass Investitionen ins Leere laufen“, so Jarnach.

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