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Bis auf weiteres geschlossen: das im Bauhof untergebrachte Schlachthaus.

"Gravierende Mängel in der Hygiene und Dokumentationspflicht"

Hygienemängel: Pollinger Schlachthaus geschlossen

Polling - Das Veterinäramt hat das Pollinger Schlachthaus wegen Hygienemängeln schließen lassen. Wie die Zukunft des Betriebs aussieht, bleibt offen.

Das Pollinger Schlachthaus ist wegen hygienischer Mängel geschlossen worden. Ob es je wieder in Betrieb geht, ist offen, so Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz auf Nachfrage. Sie will sich erst mit den betroffenen Landwirten in Verbindung setzen. „Ich entscheide nicht über die Köpfe der Bauern hinweg.“

Geschlossen wurde das beim Bauhof in der Hofmarkstraße untergebrachte Schlachthaus der Gemeinde, das schon seit Jahrzehnten existiert, vom Veterinäramt am Landratsamt in Weilheim. „Es gab durchaus gravierende Mängel in der Hygiene und in der Dokumentationspflicht“, sagte Dr. Michael Mürnseer, Sachgebietsleiter am Veterinäramt, zuständig für die Schlachtbetriebe und Molkereien.

Bei der Dokumentationspflicht haben es der zuständige Metzger beziehungsweise die Nutzer des Schlachthauses zum Beispiel unterlassen nachzuweisen, wann die Räume geputzt oder wann nötige mikrobiologische Proben genommen wurden. Auch die Temperatur im Kühlhaus habe Anlass zu Beanstandungen gegeben. Das ist laut Mürnseer kein Einzelfall, das letzte Schlachthaus wurde im Dezember 2015 geschlossen. Wo, wollte Mürnseer nicht verraten.

Seit 2009, als die EU die Richtlinien verschärfte, haben derartige gemeindliche Schlachthäuser vermehrt Probleme, die Bestimmungen einzuhalten. „Das ist schwierig, die Richtlinie setzt zum einen hohe Eigenverantwortung voraus, zum anderen geht sie davon aus, dass da stets Profis am Werk sind“, so Mürnseer.

In Ingenried reagierten die Verantwortlichen und schlossen ihr Schlachthaus von sich aus. In Huglfing, Obersöchering, Tannenberg und Burggen gibt es noch derartige Einrichtungen. Insgesamt sind im Landkreis noch 28 Schlachthäuser registriert, neben den gemeindlichen noch die der Metzgereien.

Die Betriebe werden regelmäßig überprüft, je größer sie sind desto häufiger. Vermehrt kontrolliert wird auch dann, wenn ein Betrieb auffällig geworden ist, so Mürnseer.

Im Schlachthaus Polling wurden pro Jahr durchschnittlich etwa 60 Schafe und Rinder geschlachtet – zumeist Tiere von Landwirten aus dem Dorf oder der näheren Umgebung. Die Gemeinde hat pro Jahr mehrere tausend Euro zugeschossen, um den Betrieb im Schlachthaus aufrecht zu erhalten, so Felicitas Betz, die als Bürgermeisterin von Polling offiziell die Verantwortung für das Schlachthaus trägt.

von Johannes Thoma

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