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Feinste Klangkultur: Das „Vocalensemble Polling“ um Dirigent Stephan Niebler beeindruckte in der Stiftskirche mit Chormusik aus über 400 Jahren. 

konzert in polling  

In bester Stimmung

Polling - Das „Vocalensemble Polling“ bot am Samstagabend eine höchst harmonische „Musik zum Advent“ in der Stiftskirche. Das Kirchenschiff  war von Musik erfüllt.

Mit Musik des italienischen Barockkomponisten Antonio Vivaldi begann am Samstagabend die „Musik zum Advent“ in der Stiftskirche zu Polling. Von der Orgelempore aus spielten Anton Bernhard und Leonhard Braun (Trompeten) zusammen mit Stephan Niebler an der Orgel das Konzert in C-Dur und erfüllten das Kirchenschiff mit festlichem Klang.

Das von Niebler geleitete „Vocalensemble Polling“ brachte Chormusik aus über 400 Jahren zur Aufführung und stellte dabei zum Beispiel einem Werk des frühbarocken Organisten Hans Haßler zeitgenössische Kompositionen aus der Feder der lettischen Komponisten Rihards Dubra und Juris Karlsons gegenüber. Dabei zeigten sich die Sängerinnen und Sänger als ein sehr harmonisches Ensemble, ausgeglichen im Klang mit besonders schönen Stimmen im Sopran. Auch ihr bedächtiges Musizieren, mit ebenso viel Ruhe wie Sicherheit, und die fein abgestimmte Dynamik sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre in der kalten Stiftskirche.

Besonders schön kamen diese Qualitäten des Chors bei dem Lied „Ein Kindlein in der Wiegen“ von David Corner zur Geltung. Auch das weltbekannte „Stille Nacht“ von Franz Xaver Gruber wurde schlicht und stimmungsvoll dargeboten. Der Satz von John Ritter, der die Originalmelodie behutsam variiert, brachte die Stimmen effektvoll zum Klingen. Etwas anders, aber nicht weniger reizvoll klang das Stück „Northern lights“ des jungen norwegischen Komponisten Oja Gjeilo, der einen alten lateinischen Text vertont hat und mit seiner Komposition die Schönheit der Polarlichter zum Ausdruck bringen wollte.

Das Publikum in der Stiftskirche zeigte sich beeindruckt von der klanglichen Schönheit des Vocalensembles. Es ließ sich aber auch mitreißen vom strahlenden Klang der Trompeten, die zwei Sonaten von Jean Loeillet und Giuseppe Torelli erklingen ließen. Krönender Abschluss dieser Seite des Abends war die feierliche „Ankunft der Königin von Saba“ aus der Feder von Georg Friedrich Händel. Und mit dem Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck gaben alle Musiker gemeinsam noch eine schöne, stimmungsvolle Zugabe.

Heribert Riesenhuber

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