Am Ende spielten die vier Nachwuchsmusiker gemeinsam einen Tango im Pollinger Bibliotheksaal: (v.l.) Aydin Pfeiffer, Alexander Maria Wagner, Katharina Ehlich und Carmen Steinmeier. Wahl-Geiger

„musik im pfaffenwinkel“  

Junge Künstler, große Begeisterung

Großer Applaus und Jubelrufe am Sonntagnachmittag im Bibliotheksaal: Das vierte Konzert „Von jungen Künstlern und alten Meistern“ aus der Reihe „Musik im Pfaffenwinkel“ begeisterte das Publikum.

Polling Mit Carmen Steinmeier (Harfe), Katharina Ehlich (Flöte), Aydin Pfeiffer (Gitarre) und Alexander Maria Wagner (Klavier) vereinte das zweistündige Konzert eigentlich vier Soloprogramme. Jeder Künstler stellte sein Instrument mit interessanten, teils selbst komponierten Werken vor – eine abwechslungsreiche und höchst vergnügliche Sache, aufgelockert auch durch die Moderation von Karl Höldrich, dem Leiter der Schongauer Musikschule.

Alle vier Musiker zeigten auf ihre jeweils individuelle Art ihr Können. Carmen Steinmeier verzauberte mit zarten Harfenklängen die zahlreich erschienenen Besucher. Faurés „Impromptu op. 86“, ein schwieriges Prüfungsstück, bot die gesamte Bandbreite des Harfenspiels. Jubelrufe schon hier. Der erst 17-jährige Gitarrist Aydin Pfeiffer aus Regensburg, eingesprungen für den an der Hand verletzten Peitinger Moritz Kraus, überzeugte nicht nur bei einem Präludium und einer Fuge von Johann Sebastian Bach; er präsentierte auch eine eigene Bearbeitung der „Variationen op. 27“ von Anton Webern.

Katharina Ehlich trat mit ihrem Klavierpartner Thomas Hübner auf. Man hörte eine achtteilige „Introduktion und Variation e-Moll über trockene Blumen“ von Franz Schubert. Mal zart, mal rasend, dann wieder abwechselnd fröhlich und traurig gestalteten sich die acht Teile des Werks – sehr ausdrucksstark von den Interpreten herausgearbeitet. Pianist Alexander Maria Wagner riss das Publikum dann von den Sitzen. Der 23-Jährige hat schon einige Eigenkompositionen veröffentlicht und stellte auch gleich zwei seiner Werke vor. Gemäß dem Motto „Man muss mit dem Hirn komponieren und dann mit dem Herzen drübergehen“ erklangen seine Stücke „Mondspiegelung“ und „Ein Franzose in New York“. Mit nicht minder viel Herzblut interpretierte er Franz Liszts ekstatischen „Mephisto-Walzer Nr. 1 A-Dur“.

So individuell ihr jeweiliger Stil war: Wie sehr die Leidenschaft für Musik diese vier Nachwuchskünstler verbindet, zeigte sich, als sie am Ende in ihrer ungewöhnlichen Instrumente-Konstellation zusammenspielten. Ein Stück für Harfe, Flöte, Gitarre und Klavier gibt es wohl nicht. Also wurde ein rasanter Tango präsentiert. Herrlich!

Regina Wahl-Geiger

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