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Sie wollen Etting im Rat vertreten: Die Kandidaten der „Gemeinsamen Wählerschaft Etting“.

Kommunalwahl 2020

Ettinger peilen drei Sitze im neuen Gemeinderat an

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Mit vielen neuen und vor allem jungen Gesichtern tritt die „Gemeinsame Wählerschaft Etting“ bei den Kommunalwahlen im März an. Einen Bürgermeisterkandidaten stellt die Gruppierung allerdings nicht – obwohl sie es gerne gewollt hätte.

Etting – Zwei Stunden werde die Kandidatenkür schon dauern, kündigte Manfred Plonner kurz vor Beginn der Aufstellungsversammlung der „Gemeinsamen Wählerschaft Etting“ im Gasthaus „Zum grünen Baum“ an. Doch damit lag der Wahlleiter falsch.

Das Zeremoniell ging reibungslos in knapp 45 Minuten über die Bühne. Die Listenreihung der 16 Kandidaten war im Vorfeld mit den Beteiligten abgestimmt worden – und zwar „einvernehmlich“, wie Plonner betonte. Die Blockwahl war somit nur noch eine Formsache. Angeführt wird die Liste der „Gemeinsamen Wählerschaft Etting“ erwartungsgemäß von Andreas Pröbstl, der in Polling seit 2014 das Amt des dritten Bürgermeisters bekleidet. Dahinter reiht sich laut Plonner eine „super Mannschaft“ mit „interessanten Kandidaten“, die alle beruflichen Spektren abdecken und vor allem auch die jüngere Generation vertreten würden: „Die Liste macht uns alle sehr glücklich“, schwärmte Plonner.

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Überraschend nicht mehr unter den 16 Kandidaten finden sich die noch amtierenden Gemeinderäte Gerhard Treiblmair und Harald Ludwig. Letzterer begründete seinen Rückzug mit Hinweis auf seine berufliche Tätigkeit: „Ich bin selbständig. Mir fehlt einfach die Zeit für das Gemeinderatsamt“, erklärte Ludwig am Rande der Aufstellungsversammlung.

Ähnlich sieht es bei Treiblmair aus. Der Sparkassenbetriebswirt ist nach eigenem Bekunden „beruflich stark eingespannt“. Zudem würden persönliche Gründe für seinen Abschied aus der Kommunalpolitik eine Rolle spielen. Die Arbeit im Pollinger Gemeinderat habe ihm „in der Summe Spaß gemacht“, auch wenn man als Mandatsträger mitunter öffentliche Kritik aushalten müsse.

Treiblmair trat bei den Kommunalwahlen 2014 als Bürgermeisterkandidat an und scheiterte erst in der Stichwahl an Felicitas Betz (Wählergemeinschaft Polling). Eigentlich wollte die „Gemeinsame Wählerschaft Etting“ auch 2020 wieder mit einem echten Spitzenkandidaten ins Rennen gehen und einen Bewerber für den Chefsessel im Pollinger Rathaus stellen: „Wir hätten uns schon einen gewünscht – und wir haben auch jemanden gefragt“, erklärte „Listenanführer“ Andreas Pröbstl gegenüber der Heimatzeitung. Mit „Jemand“ ist Gerhard Treiblmair gemeint.

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Doch der winkte aus den oben beschriebenen Gründen ab. Dass die „Gemeinsame Wählerschaft Etting“ die Kür eines eigenen Bürgermeisterkandidaten in Erwägung zog, eröffnet natürlich Interpretationsspielraum.

Ob die Wählerschaft mit der aktuellen Rathauspolitik unzufrieden ist? Bürgermeisterin Betz verfolgte die Aufstellungsversammlung vom Gästetisch aus. Pröbstl gab sich entsprechend diplomatisch: „Das ist schwierig zu beantworten. Ich möchte mich heute dazu nicht äußern.“

In der lockeren Vorstellungsrunde der Kandidaten erklärte Pröbstl den Hochwasserschutz und die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans als „ganz wichtige Themen“ für die nächste Wahlperiode. Auch der Neubau des Ettinger Feuerwehrhauses müsse vorangetrieben werden ebenso wie der Abschluss der Flurbereinigung.

Von Manfred Plonner gab es an die 27 anwesenden Wahlberechtigten noch einen dezenten Hinweis, bei der Wahl doch bitte ein Listenkreuz zu machen und so Etting als Pollings kleinsten Ortsteil gebührend zu unterstützen: „Unser Ziel ist, wieder drei Kandidaten in den Gemeinderat zu bringen. Das wäre überragend.“

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Die Liste

1. Andreas Pröbstl, Gärtnermeister 2. Georg Greinwald jun., Landwirt 3. Wiltrud Schmidt-Sibeth, Architektin 4. Ludwig Frankl, Öko-Landwirt 5. Anton Prochaska, Projektleiter Sanitär- und Heizungsbau 6. Stefan Kraus, Mechanikermeister 7. Andreas Albrecht, Kranverleihunternehmer 8. Ludwig Baier, Maschinenbaumeister 9. Katharina Mayr, Bautechnikerin 10. Martin Pröbstl, Projektleiter 11. Theresia Gilg, Bürokauffrau 12. Sabine Plonner, Buchhalterin 13. Lorenz Morgenroth, Student Wirtschaftsingenieurwesen 14. Stefan Plonner, Finanzcontroller 15. Josef Promberger, Heizungsbauer 16. Simon Promer, Stuckateurmeister

Ersatzkandidaten: Josef Gilg und Manfred Plonner

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