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Felicitas Betz (vorn 3.v.r.) will’s nochmal wissen: Sie will erneut den Chefsessel des Rathauses in Polling erobern. 

Rückenwind für Felicitas Betz in Polling

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Nun ist es offiziell: Amtsinhaberin Felicitas Betz wurde bei der Aufstellungsversammlung der „Wahlgemeinschaft Polling“ mit einem breiten Vertrauensvotum zur Bürgermeister-Kandidatin gekürt. Die 48-Jährige tritt bei den Kommunalwahlen im März mit einer stark veränderten Gemeinderatsliste an.

Polling – Geduld war am Mittwochabend bei der Aufstellungsversammlung der „Wahlgemeinschaft Polling“ gefragt, um in den Veranstaltungssaal zu gelangen. Vor dem Eingang hatte sich eine längere Schlange gebildet, die Besucher mussten sich in Anwesenheitslisten eintragen. Am Ende waren es 80 Wahlberechtigte und 21 Gäste, die im Gasthof „Neuwirt“ für ein volles Haus sorgten. „Politik löst die Leute von den Wohnzimmersesseln und treibt sie ins Wirtshaus“, freute sich Felicitas Betz über die Resonanz.

Pollings Kommunalpolitik verlief im vergangenen Jahr bekanntermaßen „etwas kontrovers“, wie die Rathauschefin in ihrer „Bewerbungsrede“ selbst einräumte. Das dürfte auch den ein oder anderen Besucher in den „Neuwirt“ getrieben haben. Wobei: Das Dauerstreitthema „Stoa 169“ wurde während der Versammlung mit keiner Silbe erwähnt.

Betz bekundete, dass ihr das Amt der Bürgermeisterin „sehr viel Freude bereitet“ und dass in den Vergangenen sechs Jahren eine lange Liste an Projekten angestoßen und umgesetzt worden sei, wie zum Beispiel die Sanierung der Ziegelei, die Ertüchtigung der Wasserversorgung und die Ausweisung von Wohnbaugebieten. Für neue Themenbereiche bleibe aufgrund der aktuellen und mitunter sehr komplexen Agenda leider oft nicht die notwendige Zeit: „Es ist schwierig, etwas Neues zu beginnen, wenn man noch alte Pflichtaufgaben abarbeiten muss.“ Die Kommunalpolitik müsse jedoch immer die Menschen im Blick haben: „Polling soll ein guter und schöner Platz zum Leben sein“, erklärte die Bürgermeisterin.

Konkrete Inhalte präsentierte Betz bei ihrer Kandidatenkür (72 Ja-Stimmen) noch nicht. Das Wahlprogramm soll auf einer gesonderten Veranstaltung publik gemacht werden. Bei der Vorstellung der Gemeinderatskandidaten wurden aber Kernthemen wie der Hochwasserschutz, die Entwicklung von Verkehrskonzepten, die Reaktivierung des Bahnhofs, der Bau von Fuß- und Radwegen, die Ortskernbelebung sowie die Schaffung von bezahlbaren, kleineren Wohneinheiten für junge Familien genannt.

„Uns geht’s gut in Polling, Etting und Oderding. Aber das ist nicht selbstverständlich. Wir müssen hart dran arbeiten, dass es so bleibt“, erklärte Klaus Hecker. Er ist einer von sieben amtierenden Gemeinderäten der Wählergemeinschaft (ohne Betz) und neben Stefan Loy und Stefan Mayr der einzige, der sich für eine weitere Amtsperiode bewirbt. Anton Schöttl, Michael Jarnach, Johann Mayr und Alfred Erhard beenden indes ihr kommunalpolitisches Engagement.

Interessant ist sicher die Personalie „Thomas Loy“. Der Polizeibeamte saß die letzten zwölf Jahre für die CSU im Gemeinderat, künftig will er selbiges für die Wahlgemeinschaft tun. Loy versicherte, sein CSU-Parteibuch nicht abgeben zu wollen: „Ich werde meine politische Gesinnung nicht aufgeben.“ Seine Mitgliedschaft im CSU-Ortsverband werde er aber ruhen lassen.

Einen konkreten Anlass für den Wechsel habe es CSU-intern nicht gegeben. Er habe nur die Erfahrung gemacht, dass für die Arbeit im Pollinger Gemeinderat die parteipolitische Orientierung ohnehin keine Rolle spiele. Außerdem: „Meiner Meinung nach ist Felicitas Betz eine saugute Bürgermeisterin“, so Loy.

Mit Thomas Droms steht auch der FDP-Ortverbandsvorsitzende auf dem überparteilichen Kandidaten-Tableau. Die Gemeinderatsliste wurde in Blockwahl mit 73:6-Stimmen abgesegnet. Mit 14 Kandidaten schöpft die Wahlgemeinschaft die zulässige Anzahl an Bewerbern (16) nicht aus. Kurz vor der Versammlung war noch eine Kandidatin abgesprungen.

Wie Spitzenkandidatin Betz am Rande der Versammlung einräumte, sei es schwierig, Leute fürs kommunalpolitische Ehrenamt zu begeistern. Im Vergleich zu anderen Listen, sei es bei der Wahlgemeinschaft zudem durchaus wahrscheinlich, dass man den Einzug in den Gemeinderat auch tatsächlich schafft. Reine Auffüllkandidaten gebe es deshalb auf der Liste nicht.

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