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„Suboptimaler Zustand“: der Güterschuppen am heute nicht mehr genutzten Pollinger Bahnhof. 

Maroder Güterschuppen in Polling

„Ein schlechtes Bild vom Dorf“

Polling - Der Gemeinderat Polling  übte Kritik am Zustand des Güterschuppens. Die  Bahn will das Gebäude verkaufen.

Der Güterschuppen am Pollinger Bahnhof gefällt einigen Gemeinderäten nicht. Dies brachten sie in der jüngsten Sitzung des Gremiums zum Ausdruck. Kritik wurde dabei vor allem an der Optik geäußert, aber auch Sicherheitsbedenken gibt es. Das Gebäude mache nicht nur auf Pollinger einen schlechten Eindruck, sondern vermittle auch vorbeifahrenden Bahnreisenden, die von Polling nicht viel mehr sehen als das alte Empfangsgebäude und den verfallenden Schuppen, „ein schlechtes Bild vom Dorf“, so der Tenor.

Bemängelt wurde von den Räten, dass die Bahn die Ruine nicht abreißt. Die Pressestelle der Bahn reagierte auf Nachfrage der Heimatzeitung mit einem Verweis auf das „Bundeseisenbahnvermögen“, das seinen Hauptsitz in Bonn hat. Eine Anfrage wurde von Andreas Marciniak schnell beantwortet. „Der Güterschuppen in Polling ist Eigentum des Bundeseisenbahnvermögens“, heißt es in dem Schreiben, weiter wird ausgeführt, dass „bereits verkehrssichernde Maßnahmen durchgeführt“ worden seien, „um eine Gefährdung sowohl des Bahnbetriebs als auch von Passanten zu vermeiden.“ Außerdem werde das Objekt, das unter der Bezeichnung „ehemaliges EG Polling“ laufe und zu dem auch der Güterschuppen gehöre, „in Kürze am Markt ausgeboten werden“.

Felicitas Betz sagte auf Nachfrage, dass sie keine Möglichkeit sehe, das Problem zu lösen. „Der Zustand ist für mich suboptimal“, so die Bürgermeisterin, aber das Bundeseisenbahnvermögen unternehme nichts, und die Tatsache, dass das Gebäude zum Verkauf stehe, helfe auch nicht weiter.

Die Gemeinde könne das Gelände nicht erwerben, weil sie keine Verwendung dafür habe. Im Empfangsgebäude seien noch bahntechnische Einrichtungen, außerdem zwei vermietete Wohnungen. Auch in Bezug auf die Bahnanbindung von Polling hat das Gelände laut Betz keinen Sinn. Die Bahn habe der Gemeinde „sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass eine Wiedernutzung des Bahnhofs für die Strecke München-Mittenwald nicht zur Diskussion steht“. Sie sehe zwar ein gewisses Potenzial an Pendlern in Polling, und ein Bahnhalt an dieser Stelle könnte Weilheim entlasten, die Entscheidungsträger bei der Bahn würden es aber offenstichtlich anders sehen.

Alfred Schubert

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