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Anspruchsvolle Blasmusik boten die beiden Frühjahrskonzerte der Musikkapelle Polling am Osterwochenende. 

Frühjahrskonzerte in Polling

Muskiverein ist gutem Ruf gerecht geworden

Der Musikverein Polling deckte bei seinen Frühjahrskonzerten eine große Bandbreite ab. Die reichte von Wiener Schmäh in der Ouvertüre „Der Zigeunerbaron“ bis zu beeindruckenden Märschen.

Polling – Der Klangkörper, mit 46 Musikern besetzt, bot an zwei Abenden anspruchsvolle Stücke dar. Mit der Tonkraft, mit der Liebe zum Detail und mit der erfrischenden Art, auch schwierige Werke leicht darzubieten, ist die Pollinger Blasmusik, unermüdlich angetrieben von Dirigent Bernd Schuster, ihrem Ruf gerecht geworden, dass sie – nach der Stadtkapelle Schongau und der Peitinger Knappschaftskapelle – zur Riege der Vorzeigeorchester im Musikbezirk Oberland gehört.

Es war ein langer Konzertabend. Los ging’s um halb acht Uhr. Als die Kapelle im ersten Konzert am Sonntag vor gut 350 Zuhörern in der Tiefenbachhalle nach dem eindrucksvollen Marsch „Kaiserin Sissi“ als zweite Zugabe noch schmissig den „Alten Kameraden“ spielte, war es schon nach 22.30 Uhr. Das lag aber nicht an den Werken der Blaskapelle oder der Jugendkapelle. Dass die Konzerte eine solche Länge hatten, lag auch am Gesprochenen. Gerhard Treiblmair ist zweifelsfrei ein versierter Conférencier; seine Ansagen sind informativ und unterhaltsam zugleich. Doch ließe sich die Moderation deutlich straffen, etwa beim Rückblick auf 2016, im Ausblick auf die Termine 2017, in der Präsentation der CD oder in einem Konzert-Resümee vor dem Schlussstück, dem „Fliegermarsch“. Weil die Besucher gespannt und die Musiker mitsamt Dirigent angespannt auf den Beginn des Konzertabends blicken, wäre es doch besser, zunächst das erste Stück zu spielen und erst dann zu begrüßen.

Zwei Werke von Johann Strauß Sohn standen im ersten Teil im Mittelpunkt: die Ouvertüre „Der Zigeunerbaron“ und die „Geschichten aus dem Wienerwald“. Die zwei kurzen Soli an der Zither spielte Franz Schesser aus Iffeldorf. Im nächsten Stück durften die nach vorn, die sonst immer hinten stehen: Robert Krötz, Peter Forstner und Marco Treiblmair waren die Solisten im „Solotrommlermarsch“ von Ernst Mosch. Mit dem Konzertmarsch „Einzug der olympischen Meisterringer“ ging es in die Pause. Toll der Trompetenchor beim Übergang ins Trio.

Die Jugendkapelle des Musikvereins spielte die „Young Fanfare“ des zeitgenössischen Komponisten Martin Scharnagl, den Popsong „Home“ und Alexander Pflugers Hit „I love Polka“. Auch in der Zugabe, dem Marsch „Lustige Winzer“, war gut zu hören, was für ein beachtliches Nachwuchsorchester Dirigent Bernd Berg geformt hat. Bernsteins Filmmusik zu „Die glorreichen Sieben“ bildete im zweiten Abschnitt, von Dirigent Bernd Schuster voller Elan dirigiert und von der Kapelle eindrucksvoll interpretiert, den Höhepunkt.

Einfühlsam die Soli auf mehreren Instrumenten, klasse die präzisen Überleitungen. Viel Anspannung abfallen konnte beim Dirigenten und bei den Bläsern bei der „Polkafreude“, eindrucksvoll im gemächlichen Tempo dargeboten. Im Trio konnten die Männer am Tenorhorn und Bariton die Melodie auskosten. Ausgekostet haben schließlich alle Musiker den verdienten Applaus des Publikums.

Johannes Jais

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