Martin Vatters neue Klavier-CD „the Hope“
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Martin Vatters neue Klavier-CD „the Hope“

Neue CD von Pianist Martin Vatter

Corona? Krise? Hoffnung ist die Antwort!

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Klänge der Hoffnung, mitten aus der Krise: Mit seiner neuen Solo-CD „the Hope“ will der aus Etting stammende Pianist Martin Vatter „Mut und Hoffnung spenden“.

Etting/Füssen - Gibt es einen Soundtrack zur Corona-Krise? Und wenn ja: Will man den wirklich hören?

Ja, bitte, unbedingt – wenn er so klingt wie beim Pianisten Martin Vatter. Denn der aus Etting stammende Spezialist für seelenvolle Klavierklänge hat nicht etwa die Bedrohung, die Ängste oder den Stillstand zum Thema seiner neuen CD gemacht. Nein, er ließ die Hoffnung Klang werden. Vatters Statement zur Krise heißt „the Hope“, seine neuen Solostücke tragen Titel wie „Wonderful World“, „Sending hope to you“ und „Life goes on“. Und sie nehmen sich Zeit. Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Zeit, um genossen zu werden. Es sind zwar „nur“ fünf Stücke. Doch die schenken fast 44 Minuten Entspannung – ohne oberflächlich zu sein.

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Die Pandemie, erzählt der 57-Jährige, habe ihm klar gemacht, „wie zerbrechlich all unsere vermeintlich so selbstverständlichen Werte sind“. Dass unsere Gesundheit so bedroht ist, Geschäfte schließen müssen, die Freiheit in einer Weise eingeschränkt ist, wie es die meisten von uns noch nicht erlebt haben – wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Als Musiker gehört Vatter – der sonst zum Beispiel bei Vernissagen und Kunstvorträgen spielt, für Konzerte gebucht wird, in Bars renommierter Hotels auftritt oder Filmmusik macht – zu einer der Gruppen, die am meisten vom Lockdown betroffen sind: Viele Künstler haben derzeit kaum noch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, und sind auf staatliche Hilfen angewiesen.

Und genau in diese Situation schickt der Klavierzauberer nun „the Hope“: Mit seinen Kompositionen, die sich leichtfüßig zwischen Jazz und Klassik bewegen, wolle er „Mut und Hoffnung spenden, aber auch zum Nachdenken anregen“, sagt Martin Vatter, der mittlerweile in Füssen lebt: „Ich wünsche mir, dass die Menschen beim Hören dieser CD viele seelenvolle Momente mit meiner Musik erleben und neue Kraft und Zuversicht tanken.“ Stilistische Vorbilder sind dabei prominente Klavier- und Kompositionskollegen wie Keith Jarrett, Tord Gustavsen und Ludovico Einaudi.

Dass sich Spannung und Entspanntheit, perlendes Spiel und inhaltliche Botschaft nicht ausschließen, hat Vatter schon mit seinem Vorgänger-Album „Homeland“ bewiesen: Die 2018 erschienene CD legte er als Hommage an seine Heimat an, zu der ganz entscheidend der Pfaffenwinkel gehört. Und zugleich widmete er zwei der zwölf Stücke explizit jenen, denen die Heimat geraubt ist: „allen Flüchtlingen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen mussten oder noch müssen“. Am stärksten ist Kunst wohl doch immer dann, wenn sie sich nicht nur um sich selbst dreht. MAGNUS REITINGER

Die CD „the Hope“

ist erhältlich über www.klaviermusik.eu (dort finden sich auch Hörbeispiele) und unter Telefon 08362/930 54 33. Zu finden ist das Album auch bei Spotify, iTunes und ähnlichen Plattformen.

Neue Klänge gibt es auch von der Weilheimer Band „The Notwist“. Lesen Sie hier das Interview zum neuen Album „Vertigo Days“.

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