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Beim Neujahrsanblasen machten Musiker der Kapelle aus Polling auch am Gasthaus „Neuwirt“ Station. 

Ständen bringen Geld in die Vereinskasse

Musiker aus Polling stimmen aufs neue Jahr ein

Mit dem Neujahrsanblasen machen die Mitglieder des „Musikvereins Polling“ den Bürgern eine Freude. Und der Vereinskasse tut die Aktion auch gut.  

Polling Mit dem Neujahrsanblasen pflegt der „Musikverein Polling“ einen alten Brauch, der in dem Klosterdorf um 1960 wieder aufgenommen wurde. Die Initiative geht zurück auf Wilhelm Hausner sen. aus Polling, der sich in den Dörfern rings um Weilheim um die Ausbildung von Musikanten verdient gemacht hatte. 1963 war die formelle Gründung des Musikvereins, der seither jedes Jahr vor jedem Haus das neue Jahr anbläst.

Die Zahl der Häuser, vor denen die Musikanten Station machen, kennt Vorsitzender Alfred Tkaczik nicht, er weiß aber: „Es sind rund 1000 Haushalte.“ Die Zahl kennt er, weil die Musikanten bei ihrer Tour durch Polling den Musikerkalender verteilen, und zwar rund 1000 Stück.

In zwei Gruppen und an zwei Tagen geht es durch den Ort

Um das zu schaffen, müssen die Musiker das Anblasen aufteilen: auf zwei Gruppen und auf zwei Tage, den 29. und 30. Dezember. „Wir gehen um 9 Uhr los“, so Tkaczik, „und sind bis 17 Uhr unterwegs.“ Heuer war „das Wetter richtig schön“, stellte er an Samstag fest. Trotzdem ist er vorsichtig angesichts der Kälte, wie an seinem Instrument zu erkennen war. Denn die Blasinstrumente haben ein Problem mit der Kälte: Die Ventile frieren ein. Daher hat Tkaczik den Bereich der Ventile mit Luftpolsterfolie und einem Schal umwickelt. Das fällt kaum auf, hilft aber gegen Einfrieren, wie der erfahrene Musiker weiß.

Die Pollinger zeigen sich für das Ständchen vor dem Haus gerne erkenntlich. Hin und wieder hat jemand heißen Tee, Glühwein oder ein anderes erwärmendes Getränk für die Musikanten. „Die meisten machen eine Spende für die Vereinskasse“, so Tkaczik. Die Neujahrsanblasen sei eine gute Einnahmequelle für den Verein.

Mittags wird auch dem Brauchtumsunkundigen der Musiker-Kurzwitz „Geht ein Musikant am Wirtshaus vorbei ...“ klar. Musikanten gehen natürlich nicht am Wirtshaus vorbei, sondern kehren ein. „Früher sind wir an einem Tag zum Mittagessen beim ,Klosterwirt’ gewesen, am anderen beim ,Neuwirt’“, so Tkazcik. Weil der „Klosterwirt“ zu ist, kehrte man heuer zweimal beim „Neuwirt“ ein.

Neben den aktiven Musikanten hat der „Musikverein Polling“ derzeit 20 Jugendliche in Ausbildung, die nach und nach zur Blaskapelle kommen. Simon Tafertshofer war heuer ein Neuling beim Neujahrsanblasen. Der 17-jährige Azubi der Elektrotechnik, der aus einer musikalischen Familie kommt, war drei Jahre in der Jugendkapelle aktiv, bevor er erstmals mit der Trompete durchs Dorf zog. Auch Michael Mayr ist neu beim Neujahrsanblasen. Der 16-Jährige, der die Ausbildung zum Landwirt macht, stellt zum Musizieren fest: „Es liegt in der Familie.“

Alfred Schubert

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