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Junge Meister, weltweit gefragt: „Novus String“ und „Schumann Quartett“ am Montagabend im Bibliotheksaal.

„Novus String“ und „Schumann Quartett“

Zwei Streichquartette, ein Erlebnis

„Novus String“ aus Korea und das „Schumann Quartett“ boten im Bibliotheksaal verschiedene Ansätze. Dennoch hatten sie eine große Gemeinsamkeit.  

Polling – Einen gelungenen Konzertabend mit jungen Meistern aus der Kammermusikszene erlebte das Publikum am Montagabend im Bibliotheksaal Polling. Gleich zwei renommierte Ensembles, das „Novus String Quartet“ aus Korea und das deutsche „Schumann Quartett“, standen auf dem Podium.

Im ersten Teil präsentierten die Musiker zwei Streichquartette aus der Zeit der Wiener Klassik. Und dabei erlebten die Zuhörer, dass beide Ensembles wirklich eine unterschiedliche Art des Musizierens pflegen, ihren eigenen Charakter besitzen. Wobei man gar nicht sagen kann, was mehr zu überzeugen vermochte: der runde, geschmeidige Ton des „Novus“-Quartetts, das die Vielstimmigkeit perfekt zum Ausdruck brachte und einen farbigen Mozart präsentierte – oder das zur Weltspitze gehörende „Schumann Quartett“ mit seinem feinen, rhythmischen Spiel.

Auf dem Programm stand zunächst das sogenannte Dissonanzenquartett, ein Mozart-Streichquartett in C-Dur, mit einer Einleitung, die noch heute überraschend klingt und der das Stück seinen Namen verdankt. Zur Entstehungszeit muss es dem Publikum, zumindest am Anfang, wie das Werk eines krassen „Neutöners“ erschienen sein. Das „Novus Quartet“ spielte mit viel Gefühl und Konzentration, zeigte ein dichtes, farbiges Musizieren, das viel Freude machte.

Mit dem Streichquartett in B-Dur von Joseph Haydn, das den Beinamen „Sonnenaufgang“ trägt, brachte das „Schumann Quartett“ ein Spätwerk des Komponisten. Er schrieb es im Alter von 65 Jahren, und auch er war mit dieser Komposition seiner Zeit voraus. Die vier Musiker – das Ensemble ist benannt nach den drei Brüdern, Mark, Erik und Ken Schumann, die zusammen mit der Bratschistin Liisa Randalu spielen – zeigten virtuos und mit Esprit, dass sie zu recht zu den besten Streichquartetten dieser Zeit gezählt werden.

Gemeinsam schließlich ließen die acht Musiker das wunderbare Streichoktett in Es-Dur erklingen, das Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 16 Jahren schrieb und das mit seinen bezaubernden, lebhaften Motiven begeisterte. Im zweiten Satz erlebte das Publikum die Vielfalt und Schönheiten des Streicherklangs, mit all den Möglichkeiten, den Ton zu modulieren oder die Intensität zu steigern – worauf die beiden Ensembles im dritten Satz voller Spielfreude die flirrende Zaubermusik Mendelssohns vortrugen. Ein Konzerterlebnis mit Musikern der Spitzenklasse. 

Nächstes Konzert

im Bibliotheksaal Polling: Klavierabend mit Martin Stadtfeld am Freitag, 31. März, 19.30 Uhr. Karten unter Telefon 0881/686-11.

Heribert Riesenhuber

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