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In diesem Bereich, wo Bäume und Büsche entfernt wurden, könnte der Hundeplatz entstehen. 

Öffentlicher Hundeplatz in Polling

Eine Extrawurst für Hunde

Mit ihren Vierbeinern auf einem umzäunten Gelände unbeschwert herumtollen können: Das will eine Gruppe von rund 20 Hundebesitzern in Polling. Die Begeisterung über den Antrag für einen öffentlichen Hundeplatz hielt sich im Gemeinderat allerdings in Grenzen.

Polling – Das direkt an der B2 gelegene Waldgrundstück im Zwickel zwischen Obermühl- und Steinbruchstraße wird derzeit ausgelichtet. Wenn es nach einer Gruppe von Pollinger Hundebesitzern geht, dann könnte auf der Fläche südöstlich des Sportgeländes bald ein öffentlicher Auslaufplatz entstehen – und zwar nach dem Vorbild des Penzberger Hundeplatzes. Die Intention ist klar. Hunde frei auf Wiesen oder in Wäldern herumlaufen lassen, ist grundsätzlich verboten. Auf einem umzäunten Gelände wäre das hingegen möglich. „Wir wollen einen Platz, wo wir mit unseren Hunden toben und spielen können“, erklärte Alexander Nissen, einer der Antragssteller, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Außer einem Zaun seien keine baulichen Eingriffe erforderlich. Für Parcourshindernisse oder Spielgeräte würden die Hundebesitzer selber sorgen. Auch sei keine Vereinsgründung geplant. Der Platz solle als öffentliches Gelände zur Verfügung gestellt werden: „Das wäre dann ein Ort, wo man allen Bedürfnissen gerecht werden würde – auch denen von Landwirten und Jägern“, argumentierte Nissen.

Die Pollinger Hundebesitzer müssen im Gemeinderat noch reichlich Überzeugungsarbeit leisten. „Der Bedarf für so einen Platz ist sicher da“, so Bürgermeisterin Felicitas Betz in der Ratssitzung, allerdings gehöre die Ausweisung eines Hundeplatzes nicht zu den grundlegenden Aufgaben einer Kommune. Zudem laufe man Gefahr, einen Präzedenzfall zu schaffen: „Irgendwann braucht dann ein Delphin auch ein Aquarium“, so Betz mit ironischem Unterton. Neben den Kosten gehe es außerdem um die Haftungsfrage – vor allem bei einem möglichen Standort an der Bundesstraße müsse man an die Verkehrssicherungspflicht denken: „Was ist, wenn ein Hund über den Zaun auf die B2 springt?“, gab Betz zu bedenken. Auch Thomas Loy (CSU) äußerte sich skeptisch. Ein Standort in der Nähe von Wohngebieten käme von vornherein nicht in Frage: „Da würden wir nur Ärger bekommen. Ich würde jedenfalls keinen Hundeplatz neben meinem Haus haben wollen“, so Loy. Auch Fraktionskollegin Brigitte Albrecht stellte wie Betz und Harald Ludwig (Gemeinsame Wählerschaft Etting; „Als nächstes kommen dann Katzen- oder Pferdefreunde“) die Zuständigkeit der Gemeinde in Frage. Allerdings befürwortete die Landwirtin unter dem Strich einen öffentlichen Hundeplatz: „Aus Sicht der Landwirtschaft kann ich nur sagen: ,Warum nicht?’. Das ist mir jedenfalls lieber, als wenn ich die Hunde auf unserer Weide habe.“ Entschieden wurde im Pollinger Gemeinderat in puncto „Öffentlicher Hundeplatz“ noch nichts. Das Thema wurde zur Diskussion in den Bauausschuss verwiesen. In dem Gremium sollen auch noch einmal die Hundehalter ihre Argumente darlegen können.

Bernhard Jepsen

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