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Hinter dem Schreibtisch im Bürgermeisterbüro hängt das Pollinger Wappen: Für Martin Pape hat es doppelte Symbolik. 

Kein „Spaß“, sondern „Freude am Job“

Martin Pape: Erstmals ein Oderdinger als Pollinger Bürgermeister

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Auch wenn er erst seit Anfang Mai im Amt ist, hat Pollings Neu-Bürgermeister Martin Pape (CSU) bereits Geschichte geschrieben: Der 53-Jährige ist seit der Eingemeindung Oderdings im Zuge der Gebietsreform von 1978 der erste Ortsteilbewohner, der den Posten des Rathauschefs bekleidet.

Polling– Neue Bürgermeister müssen sich erst bewähren und zeigen, ob sie den Erwartungen gerecht werden. Das muss auch Martin Pape. Und vermutlich muss er es noch ein bisschen mehr als andere Kollegen – denn er ist Oderdinger. Bislang kamen die Pollinger Rathauschefs immer aus dem „Kerndorf“. Das gehörte quasi zum Selbstverständnis „Ur-Pollings“ – das weiß auch Pape: „Es ist eine Probezeit, die ich bestehen muss“, sagt er schmunzelnd.

Schon im Wahlkampf hat er das Miteinander zwischen dem „Kerndorf“ und den Ortsteilen Etting und Oderding betont, und den integrierenden Ansatz will er nun ins Amt miteinbringen: „Für mich ist es eine Ehre, Pollinger Bürgermeister zu sein. Ich bin für alle da. Wir haben zwar drei Ortsteile, aber wir sind eine Gemeinde“, sagt er. Das Bürgermeisteramt war für Pape immer schon so etwas wie das berufliche Traumziel – „weil ich es gerne mache und gerne mit Menschen rede.“ Den Begriff „Spaß“ vermeidet Pape allerdings in dem Zusammenhang: „Mit dem Ausdruck muss man sensibel umgehen“, erklärt der zweifache Familienvater, „Ich würde eher von Freude am Job sprechen. Das Rathaus ist schließlich kein Ponyhof.“ Letzteres trifft auch auf Pollings Kommunalpolitik zu. Nach einem harten Wahlkampf verlief die konstituierende Gemeinderatssitzung alles andere als harmonisch (wir berichteten). Inzwischen haben sich die Wogen zumindest halbwegs wieder geglättet. Pape spricht von einer „deutlich entspannteren zweiten Sitzung“ und von einem „sehr konstruktiven Zusammenarbeiten“: „Ich jedenfalls bin positiv gestimmt.“

Für Martin Pape war es ein „gleitender Übergang“

Papes Blick ist in die Zukunft gerichtet, auf anstehende Großprojekte wie die Kindergarten-Erweiterung, den Hochwasserschutz oder den Neubau des Ettinger Feuerwehrhauses. Die Einarbeitung in die Themen fällt Pape nicht schwer. 1999 zog er in den Gemeinderat von Polling ein, später war er jahrelang als zweiter Bürgermeister tätig. Die Übernahme des Chefsessels im Rathaus bezeichnet Pape denn auch als „gleitenden Übergang“.

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Die „erste Amtshandlung“ war ein kleiner Umtrunk mit den Rathausmitarbeitern – coronabedingt gestaffelt in mehreren Gruppen. Auch im Bürgermeisterbüro, das Pape von seiner Vorgängerin Felicitas Betz übernahm, wurden erste Veränderungen vorgenommen. An der Wand hinter dem Schreibtisch hängt wieder ein altes, geschnitztes Pollinger Wappen. Pape hat es aus dem Archiv gekramt.

Die Holztafel soll nicht nur die Verbundenheit zur Gemeinde ausdrücken, sondern sie hat für ihn und seine Frau auch einen ganz persönlichen Bezug: „Vor dem Wappen hat uns der Weiß-Mini (gemeint ist der verstorbene Alt-Bürgermeister Dominikus Weiß; Anm. d. Red.) getraut.“

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