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Höflich, aber frostig war die Stimmung bei der Übergabe der Unterschriften an Bürgermeisterin Felicitas Betz. 

Interessengruppe „Freunde der Natur“

Gegen „Stoa 169“: 286 Unterschriften übergeben

Vehement gegen den Standort der „Stoa 169“ haben sich die „Freunde der Natur“ ausgesprochen. Der Bürgermeisterin übergaben sie eine Unterschriftenliste mit 286 Namen. 

Polling – „Wir möchten gerne etwas abgeben.“ Demütig, aber in der Sache bestimmt marschierten gestern Vormittag sechs Vertreter der „Freunde der Natur“ in das Vorzimmerbüro von Bürgermeisterin Felicitas Betz. Im Gepäck hatte die Interessensgruppe, die sich vehement gegen den Standort der von Künstler Bernd Zimmer auf einem Wiesengrundstück an der Ammer geplanten Säulenhalle ausspricht, eine Unterschriftenliste mit 286 Namen. „Wir haben es bei der Info-Veranstaltung in der Tiefenbachhalle angekündigt – und jetzt sind wir da“, erklärte Klaus Seidler, einer der Frontmänner der Interessengruppe „Freunde der Natur“.

In der vergangenen Woche hatte der von der Initiative eingeschaltete Rechtsanwalt aus strategischen Gründen noch von einer Übergabe der Unterschriften abgeraten (wir berichteten). Die Rathauschefin reagierte ob des Besuches nicht sonderlich überrascht. „Ich habe damit gerechnet“, so Betz. Der Antrag der „Freunde der Natur“ zu einer außerordentlichen Bürgerversammlung werde nun dem Gemeinderat zur Prüfung vorgelegt.

Lesen Sie auch: 200 Bürger demonstrieren gegen „Stoa 169“. 

„Stoa 169“: Stimmung bei Übergabe höflich, aber frostig 

Die Stimmung bei der Übergabe der Unterschriften war im Ton höflich, aber durchaus frostig. Nach Einschätzung der „Freunde der Natur“ könne man so auch die derzeitige Stimmungslage in Polling beschreiben. Der Zwist gehe zum Teil mitten durch Familien, auch das eine oder andere Nachbarschaftsverhältnis habe unter den Diskussionen über „Stoa 169“ gelitten. „Wir haben nicht den Spalt geschlagen“, konstatiert Seidler. Ursache für den Ärger sei die fehlende Transparenz rund um das Kunstprojekt. Die Rathauschefin müsse nun zusehen, die Situation zu befrieden.

Die stattgefundene Info-Veranstaltung habe keinesfalls das Mitberatungs-, Erörterungs- und Empfehlungsrecht einer Bürgerversammlung ersetzt. Den „Freunden der Natur“ ist bewusst, dass an der Baugenehmigung für die Säulenhalle rechtlich wohl nicht zu rütteln sein wird. In dem Antragsschreiben listet die Initiative aber dennoch 15 Einzelpunkte auf, die sie bei der Bürgerversammlung diskutiert haben will. Unter anderem fordert man die Verlegung des Standorts weg von der Ammer „an einen geeigneteren Platz“.

Mehr zum Thema: Polling: 600 Besucher bei „Stoa 169“-Debatte.

Thema „Naturschutz“ soll noch zur Sprache kommen

Desweiteren will man bei der Bürgerversammlung detaillierte Informationen über Statik, Brandschutz, Erschließung, die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung über die Zufahrtswege und zur Parkplatzkonzeption. Auch das Thema „Naturschutz“ soll dabei zur Sprache kommen. Dem Vernehmen nach soll sich die Untere Naturschutzbehörde im nichtöffentlichen Genehmigungsverfahren strikt gegen den geplanten Standort der Säulenhalle ausgesprochen haben.

Bernhard Jepsen

Lesen Sie auch: Bernd Zimmer im Interview - das sagt der Künstler selbst zur geplanten Säulenhalle. 

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