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Pfarrer Martin Weber und Dekan Axel Piper (hi. mit Renate Dodell) segneten die neuen Räume des Hospizvereins im Kloster Polling.

Stelle ausgeschrieben

Hospizverein weiht neue Räume ein - und braucht jetzt auch einen Geschäftsführer

Der letzte Bauabschnitt ist geschafft: Feierlich hat der Hospizverein Pfaffenwinkel seine neuen Räume im Kloster Polling eingeweiht. Ein Geschäftsführer soll zudem künftig den Vorstand entlasten.

Polling – Bisher hatte der „Hospizverein Pfaffenwinkel“ Büroräume an zwei Standorten. Im Pollinger Kloster waren die Verwaltungen des Vereins und des stationären Hospizes, im alten Rathaus in Bernried hatte der ambulante Dienst seine Büros. Da die Räume in Bernried für die steigende Zahl von Koordinatorinnen nicht mehr ausreichten, entschied sich der Verein zur Konzentration auf den Standort Polling. Dort gab esim ersten Stock des Klosters Räume, die für diesen Zweck angemietet werden konnten.

Vor dem Bezug mussten die rund 350 Quadratmeter großen Klosterräume noch saniert werden, wie die Vorsitzende des Hospizvereins, Renate Dodell, bei einer Zusammenkunft anlässlich der ökumenischen Segnung der neuen Räume sagte. Nachdem bereits in den Vorjahren Räume renoviert und für die neue Nutzung ausgestattet wurden, wurden im letzten Bauabschnitt heuer noch zusätzliche Büroräume für den ambulanten Dienst eingerichtet. Laut Dodell war eine der großen Herausforderungen dabei der Denkmalschutz. So durften etwa die Wände nicht für das Verlegen von Leitungen geschlitzt werden. Da aber Strom- und Datenleitungen in Büroräumen absolut notwendig sind, wurden drei senkrechte Kabelschächte eingebaut, die vom Keller bis ins Dachgeschoss reichen, um so die Verteilung zu ermöglichen. Eine weitere Herausforderung war der Brandschutz, der auf den heutigen Stand gebracht werden musste.

Bei der Renovierung wurde laut Dodell darauf geachtet, den ursprünglichen Charakter der Klosterräume zu erhalten oder wieder herzustellen. So wurden etwa die unter Stragula verborgenen Parkettböden freigelegt sowie der Deckenstuck erhalten und – wo nötig – ergänzt. Sogar bei der Benennung des Saals wurde auf Tradition geachtet. Er heißt nicht Multifunktionsraum, sondern Refektorium, wie er über 100 Jahre lang als Speisesaal des Kloster genannt wurde.

Für den Umbau wurden in den vergangenen Jahren laut Dodell 1,4 Millionen Euro investiert. Dafür habe der Hospizverein, der jetzt „zu den größeren Einheiten in Polling“ gehöre, zukunftsfähige Räume.

Mit seinen 41 festangestellten Mitarbeitern betreibt er ein stationäres Hospiz mit zehn Betten im Kloster Polling und betreut ambulant Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau und in angrenzenden Gebieten. Die Zunahme der Arbeit hat laut Dodell dazu geführt, dass „die Leitung rein über das Ehrenamt nicht mehr möglich“ sei. Deshalb habe der Verein die Stelle eines Geschäftsführers ausgeschrieben. Durch dessen Tätigkeit soll der aus elf Personen bestehende Vorstand, der unverändert im Amt bleibt, entlastet werden. Die Funktionsstellen für die Leitung von ambulantem Dienst, Hospiz und Pflegedienst bleiben dabei erhalten.

Schirmherr des Pollinger Hospiz ist seit kurzem Schauspieler Dieter Fischer – bekannt als „Kommissar Stadler“ in der ZDF-Serie „Die Rosenheim-Cops“ und als „Der Kaiser von Schexing“.

Von Alfred Schubert

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