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Verwaist ist der Biergarten gegenüber des Klosters und neben dem Kulturtreff „Fischerbau“. Im Gaststättengebäude (hinten) sollen die Handwerker zur Sanierung anrücken.

Biergarten-Eröffnung noch unklar 

„Klosterwirt“ in Polling: Jetzt gibt es grünes Licht für Sanierung

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Seit einem Jahr ist die „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling geschlossen. Nun gibt es grünes Licht für die Renovierung. Auch die Wirtefrage wird bald geklärt, heißt es. 

Polling – „Betrieb bis auf Weiteres geschlossen.“ Dieser Hinweis findet sich immer noch auf der Internetseite der „Alten Klosterwirtschaft“ in Polling. Wie berichtet, ist das traditionsreiche Hotel-Restaurant samt Biergarten seit dem Tod von Pächter Lorenz Bartl geschlossen. Dies war im April 2018. Erst musste das Nachlassverfahren abgewartet werden, dann stieg Eigentümer Michael Jarnach in die Verhandlungen mit der Spaten-Brauerei über das künftige Konzept ein. Vor allem aber ging es um den neuen Wirt. Jetzt meldet Jarnach einen Fortschritt.

Zu Wochenbeginn gab es „ein sehr gutes Gespräch“ mit der Brauerei, sagt Jarnach – auch Gemeinderat, Kultureferent und Kunstmäzen im Klosterdorf – auf Anfrage der Heimatzeitung. Diese habe grünes Licht für eine Modernisierung der Räumlichkeiten gegeben. Wobei es sich eher in Richtung „umfassende Sanierung“ bewegt. Auf dem Plan stehen vor allem die Haustechnik und der Küchenbereich. Die Arbeiten sind laut Jarnach unumgänglich. „Die Gastronomie steht nicht still.“

Lange Geschichte der Klosterwirtschaft“ in Polling

Die Klosterwirtschaft blickt laut Eigenwerbung auf eine mehr als 500-jährige Geschichte zurück. Schon König Ludwig, der Maler Carl Spitzweg und die Familie des Schriftstellers Thomas Mann seien hier eingekehrt.

Mit dem OK der Brauerei zur Sanierung ist es jedoch nicht getan. Erst mal müssen geeignete Firmen gefunden werden. Was angesichts des derzeitigen Baubooms nicht allzu leicht sein wird. Aus diesem Grund will sich Jarnach zu einer Wiedereröffnung zeitlich nicht aus dem Fenster lehnen. Die Arbeiten sollen auf jeden Fall heuer über die Bühne gehen. „Wir schauen schon, dass es so schnell wie möglich geht.“

Ob wenigstens der beliebte Biergarten, der von der Sanierung nicht betroffen wäre, schon zur Sommersaison öffnet, ist ebenfalls noch unklar. Dies müsse mit dem neuen Betreiber geklärt werden, ist vom Eigentümer zu hören. „Die Gespräche laufen in den nächsten Tagen.“ Für die Suche nach einem Wirt ist die Brauerei verantwortlich, die dann den Pachtvertrag macht. Die Personalentscheidung werde in nächster Zeit bekannt gegeben. Eines ist laut Jarnach entscheidend: „Es braucht wirklich einen Profi als Wirt.“

Mehr zum Thema: „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling lange ohne Pächter. 

Deshalb hat es mit der Wiedereröffnung so lange gedauert

Dass es bis zur Wiedereröffnung so lange dauert, begründet der Besitzer auch mit dem Verhandlungspart. Er habe das Anwesen schon vor langer Zeit an „Spaten“ vermietet, „um einen professionellen Partner zu haben“.

Die Münchner Brauerei weist ihre Wurzeln stolz bis ins Jahr 1397 zurück, seit 2003 ist die Gruppe Teil des belgischen Interbrew-Konzerns, „Sie haben ihre hausinternen Entscheidungswege“, sagt denn auch Jarnach. Während Bürgermeister Felicitas Betz („Polling steht nicht ganz oben auf der Agenda“) die Konzernstrategie kritisch sieht, ist „Klosterwirt“-Besitzer Jarnach überzeugt, dass der Standort für die Brauerei sehr wichtig ist. Aus diesem Grund soll der Charakter der Wirtschaft als bayrischer Landgasthof erhalten bleiben – inklusive der Gästezimmer.

Lesen Sie auch: Aus für Biergarten-Saison 2019: Gögerl-Wirtschaft bleibt zu - Stadt will Notbetrieb.

Gasthaus fehle allen, sagt die Bürgermeisterin

Im Rathaus wird darauf gehofft, dass der Betrieb endlich wieder weiter geht. Das Gasthaus „fehlt uns allen“, sagt Bürgermeisterin Betz, die von einem „gesellschaftlichen Zentrum für unser Dorf“ spricht.

Die Schließung habe negative Auswirkungen gerade auf das kulturelle Leben in Polling: Künstler und Besucher von Veranstaltungen würden den Verlust von Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten beklagen. „Die jammern alle.“ Dass die Gemeinde selbst als Wirt einsteigt, „hat nie zur Diskussion gestanden“, sagt Betz. „Es gibt einen Eigentümer, es gibt einen Pächter.“

ab

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