26 Minuten über das Hospiz in Polling: So lange dauert der neue Film „Solange Du lebst . . .“.

Hospizverein informiert Öffentlichkeit über Angebote

Neues Gesetz, neuer Film, neue Broschüre

Polling - Der Hospizverein im Pfaffenwinkel wendet sich verstärkt an die Öffentlichkeit – beispielsweise mit dem informativen Film "Solange Du lebst...":

Neuer Film, neue Broschüre, neu gestaltete Homepage: Der Hospizverein im Pfaffenwinkel wendet sich verstärkt an die Öffentlichkeit, um über sich und seine Angebote zu informieren.

26 Minuten lang ist der anrührende, informative Film „Solange Du lebst . . .“ von Daniela Baumgartner, der auch in „Youtube“ eingestellt werden soll. Darin erfährt der Zuschauer zum Beispiel, dass das Hospiz im Kloster Polling seit 2002 Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet – im Schnitt 120 Gäste pro Jahr. Dafür stehen zehn Betten zur Verfügung. In der Regel kommt die Hälfte der Gäste aus dem Landkreis, der Rest aus den benachbarten Landkreisen. Für die Gäste ist das Angebot kostenlos, neben ihnen werden auch die Angehörigen seelisch betreut, wenn sie das wünschen, Wer von weiter her kommt, um einen Angehörigen zu besuchen, der kann auch ein paar Nächte im Hospiz übernachten, dafür hat der Verein kürzlich ein separates Appartement eingerichtet. „Die Bewohner auf Zeit werden bewusst ,Gäste’ und nicht etwa ,Patienten’ genannt“, so die Vorsitzende des Hospizvereins, Renate Dodell, bei einer Pressekonferenz im Hospiz. Und den Gästen werden auch besondere Wünsche erfüllt: zum Beispiel ein Schaumbad im geräumigem Bad bei Kerzenlicht, Rotwein und spanischer Musik, so die Vorsitzende.

Neu gestaltet im Hospiz in Polling ist jetzt auch das Treppenhaus, das nun wesentlich heller und freundlicher wirkt. Rund 45 000 Euro an Spenden haben Vorsitzende Dodell und ihr Team dafür zusammengetragen, ein Großteil davon kam von der Diözese Augsburg.

Dodell berichtete auch über das neue Hospiz- und Palliativgesetz, das seit Dezember 2015 in Kraft ist und den Hospizvereinen neben mehr finanzieller Unterstützung auch mehr Aufgaben zugedacht hat (wir berichteten), zum Beispiel auch eine engere Zusammenarbeit mit Altenheimen und Krankenhäusern.

Ob die Hospizvereine überhaupt mehr bekommen, lässt sich laut Dodell aber noch nicht sagen. Bislang war es so, dass die Hospizvereine, die für die ambulante und stationäre Versorgung zuständig sind, rund 85 Prozent von den Krankenkassen erstattet bekommen. Den Rest müssen die Hospizvereine selbst aufbringen – in der Regel durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. In Polling und Bernried, dort hat der ambulante Hospizdienst seinen Sitz, sind das insgesamt rund 250 000 Euro pro Jahr.

Mit dem Geld wird auch die ambulante Versorgung schwerkranker Menschen bis zuletzt unterstützt. Aktuell hat der Verein 33 festangestellte Mitarbeiter, knapp 1000 Mitglieder und rund 150 ehrenamtliche Hospizhelfer, die sich um die Menschen kümmern, die zu Hause bleiben wollen. Einer der obersten Grundsätze ist denn auch „ambulant vor stationär“, so Dodell. Dafür gibt es eine 24-Stunden-Rufbereitschaft, die unter 08158/1458 zu erreichen ist. Das ist auch in der neuen Broschüre zu erfahren, die im Landkreis unter anderem in Gemeinde- und Stadtverwaltungen aufliegt.

Johannes Thoma

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