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Freuen sich über den neuen „Duveneck“ im „Museum Polling“: Uwe Ryck (l.), Vorsitzender des Museumsvereins in Polling, und Experte Dominik von König.

Museum Polling

Ein neuer Duveneck für Polling

Polling - Das „Museum Polling“ hat ein weiteres Bild von Frank Duveneck, der um 1880 viele amerikanische Maler ins Dorf lockte.

Südlich von Weilheim gibt es ein Dorf, von dem es im 19. Jahrhundert unter Künstlern hieß, man könne dort die „besten Motive für Skizzen in diesem Teil des Landes“ finden. Das jedenfalls schrieb der amerikanische Maler John Alexander 1878 über das Klosterdorf Polling, das für einige Jahre geradezu zur Pilgerstätte für amerikanische Maler und Kunststudenten geworden war. 

Im „Museum Polling“ konnte man sich am vergangenen Sonntag über eine Neuerwerbung aus dieser Zeit freuen. Mit Mitteln privater Förderer war es gelungen, ein wichtiges Werk des amerikanischen Malers Frank Duveneck (1848- 1919) zu erwerben, das im Frühjahr auf einer Auktion in München angeboten wurde. Duveneck, Sohn westfälischer Auswanderer, stammte aus Covington in Kentucky und kam im Herbst 1869 nach München, um an der dortigen Kunstakademie zu studieren. Zwischen 1872 und 1897 sind mehrere, zum Teil längere Aufenthalte Duvenecks in Polling nachweisbar, und als charismatische Persönlichkeit hat er Mitstudenten und später auch seine Schüler nach Polling geholt, die so genannten „Duveneck Boys“.

In Polling, das berichtete Dominik von König, der sich seit mehreren Jahren intensiv mit den „Pollinger Malern“ beschäftigt, in seiner Einführung zu Bild und Maler, fanden die Künstler nicht nur ihre Motive und Modelle, sondern auch großzügige Ateliers in den alten und damals verlassenen Klostergebäuden. „Polling lag offensichtlich im Trend“, so von König.  Die Neuerwerbung des Museums, die vermutlich aus dem Jahr 1872 stammt und auf der Rückseite den Vermerk „Polling, the first visit“ trägt, ist eine Landschaftsdarstellung, wie sie für diese Zeit typisch war. Mit raschem Strich, vermutlich direkt in der Natur, also „plein air“, gemalt, zeigt sie einen weiten Blick in Richtung Peißenberg, und die Besucher, die zahlreich zu dieser Veranstaltung gekommen waren, überlegten interessiert, wo das Bild wohl entstanden sein könnte.

Es enthält bereits einige Aspekte der Malweise des Impressionismus, der sich zur gleichen Zeit in Frankreich entwickelte. Dabei ging es dem Maler besonders darum, die Stimmung eines Augenblicks einzufangen: Ein Regenschauer, der über das Land hinwegzog, aber auch die Sonne, die an mancher Stelle bereits wieder aufleuchtet, ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten. Für Polling ist es schön, damit ein interessantes Stück der Ortsgeschichte als Künstlerdorf erworben zu haben. Zukünftig soll im Ort sogar eine Straße nach dem amerikanischen Künstler benannt werden.

Öffnungszeiten

Das „Museum Polling“ am Kirchplatz 1 ist bis 27. November geöffnet: So 14–16.30 Uhr und nach Vereinbarung. Info: Telefon 0881/93900, online zum Museum: www.polling.de.

Text: Heribert Riesenhuber

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