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Eine Zeitkapsel führte Nina Zimmer, die Frau von Bernd Zimmer (am Mikrofon), in den Grundstein ein.
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Kritiker mit kurioser Aktion 

Offizieller Startschuss für „Stoa 169“: „Es wird fantastisch“ – doch das sah nicht jeder so

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Seit Mitte Oktober wird bereits an der Fundamentierung für die „Stoa 169“ gearbeitet. Nun fiel mit der feierlichen Grundsteinlegung auch der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten an der Säulenhalle. In den Grußworten war unter anderem von der „Grundlage für ein wunderbares Werk“ und von einem „großen Tag für die Region“ die Rede.

Polling – Trotz des nasskalten Regenwetters pilgerten am Sonntagnachmittag rund 200 Gäste zur „Stoa 169“-Baustelle an die Ammer bei Polling, um die feierliche Zeremonie zu verfolgen. Darunter Politiker, Freunde und Bekannte von Projektträger Bernd Zimmer – und natürlich zahlreiche Vertreter aus der Kunstszene. 

Künstler sind bis von New York angereist

Auch Künstler wie Wolfgang Flatz, Roland Fischer oder der extra aus New York angereiste Alan Sonfist, die selbst Säulen für die „Stoa 169“ gestalten, gaben sich die Ehre. Das war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Säulenhalle nach der Fertigstellung einmal laut Zimmers Intention sein soll – nämlich ein weltumspannendes „Archiv der Kunst unserer Zeit“, eine „Insel des freien Diskurses“ und ein Ort, an dem Künstler aus aller Welt „gemeinsam ein bleibendes Zeichen schaffen“.

Mehr zum Thema: Stoa 169: Säulen kommen erst 2020

Zimmer zeigte sich von der Resonanz zur Grundsteinlegung überwältigt: „Das ist wunderbar. Ich fühle mich geehrt.“ Der Standort der „Stoa 169“, erklärte der Künstler in seiner kurzen Ansprache, wirke wie ein natürliches Amphitheater: „Es wird fantastisch, es wird toll“, versprach Zimmer. 

Der „kleine Widerstand“, wie er die Protestbewegung gegen den ausgewählten Standort an der Ammer nannte, sei zwar irgendwie „nachvollziehbar“: „Aber wenn alles fertig ist, dann wird es schöner sein, als es jemals war.“ Das Gelände werde nach Abschluss der Bauarbeiten komplett renaturiert und mit Solitärbäumen ökologisch aufgewertet.

„Stoa 169“ in Polling: Grundsteinlegung sei ein „großer Tag“ für Polling und den Landkreis

CSU-Landtagsabgeordneter Harald Kühn bezeichnete es in seinem Grußwort als „normal“, dass Kunst Diskussionen auslöst. Für Polling, aber auch den gesamten Landkreis sei die Grundsteinlegung dennoch ein „großer Tag“ und ein „besonderer Anlass“. Kühn hob die politische Bedeutung von Kunst und Kultur hervor. 

Beides könne dazu beitragen, „dass die derzeit weltweit bestehenden Herz-Rhythmus-Störungen beseitigt werden“. Absagen musste seine Teilnahme an der Grundsteinlegung wegen des Grünen-Parteitags in Bielefeld der ebenfalls eingeladene Andreas Krahl. Der Grünen-MdL hatte mit seinem neutralen Auftreten und einem Fragenkatalog an die bayerische Staatsregierung einiges an Zündstoff aus der verfahrenen „Stoa“-Diskussion genommen.

Ans Mikrofon trat bei der Grundsteinlegung auch Bürgermeisterin Felicitas Betz. Pollings Rathauschefin würdigte das feierliche Zeremoniell als „Grundlage für ein wunderbares Werk“. Sie sei „zutiefst begeistert“ von der Säulenhallen-Symbolik als Zeichen für Demokratie und freiheitliches Denken. Es sei im Genehmigungsprozess nie die Absicht gewesen, jemanden zu übergehen oder nicht zu informieren. 

„Stoa“ genießt im Gemeinderat und in der Kommune „großen Rückhalt“

Das „Stoa“-Projekt, so betonte Betz, genieße im Gemeinderat und in der Kommune „großen Rückhalt“. Als Bürgermeisterin habe sie jedoch auch die Menschen auf dem Schirm, die den Bau der Säulenhalle kritisch begleiten. „Ich hoffe, wir können künftig wieder auf freundschaftliche Art miteinander umgehen“, so Betz.

Die Grundsteinlegung wurde übrigens standesgemäß mit einem Pollinger Tuffsteinquader vollzogen. Nachdem Nina Zimmer, die Gattin des Ideengebers, eine mit Bauplänen gefüllte Stahlkapsel in die vorbereitete Steinöffnung packte, wurde der Grundstein allerdings wieder im Auto verladen. Ebenso wie die Säulen wird er erst im Frühjahr endgültig eingebaut.

„Stoa 169“ in Polling: Protestaktion: „Mein Acker, meine Idee, mein Gefolge“

Säulen gab es bei der Grundsteinlegung auf der Baustelle zur „Stoa 169“ noch nicht zu bewundern. Sie werden erst im Frühjahr aufgestellt. Doch ganz ohne eine Säule ging das feierliche Zeremoniell dann doch nicht ab. Die Kritiker des Standorts für die „Stoa 169“ hatten am Ammerdammweg eine „Trauersäule“ aufgestellt. Daneben stand eine Plakatwand, auf der Zimmer im königlichen Outfit dargestellt wurde – darunter der Slogan: „Mein Acker, meine Idee, mein Gefolge.“ Mit „Gefolge“ waren das Landratsamt, der Gemeinderat und die zuständigen Staatsministerien gemeint. „Uns wird ja immer vorgeworfen, wir hätten keine künstlerische Ader“, hieß es aus den Reihen der „Freunde der Natur“ zur Plakat- und Säulenaktion. Mit weiteren Schildern machten die Kritiker auf die ihrer Meinung nach fehlende Transparenz und Ehrlichkeit im Genehmigungsverfahren für die Säulenhalle aufmerksam. Bürgermeisterin Felicitas Betz wirft man vor, dass sie – anders als in ihrem Grußwort dargestellt – keine Anstrengungen für eine Versöhnung von Befürwortern und Kritikern des „Stoa“-Standorts unternimmt.

Lesen Sie auch: „Stoa 169“: Die Bagger rollen

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