Nachruf auf Pollinger Klosterwirt

Trauer um Lorenz Bartl: Er war mit Leib und Seele Wirt 

Lorenz Bartl hat als Wirt „Unendliches geleistet“, war aber auch mit ganzem Herzen Familienmensch. Er wurde mit 64 Jahren mitten aus dem Leben gerissen. 

Polling – Der 1. Mai hätte ein großer Festtag in Polling werden sollen. Mit Maibaumaufstellen, Maitanz, gutem Essen und Trinken und ausgelassener Fröhlichkeit. Es wurde auch tatsächlich ein Maibaum aufgestellt, es wurde ein bisschen getanzt, aber die große Fröhlichkeit blieb aus. Der Maifeiertag war stattdessen ein trauriger Tag für das Klosterdorf, denn am Tag zuvor war Klosterwirt Lorenz Bartl im Alter von 64 Jahren überraschend gestorben. „Das ganze Dorf steht unter Schock“, sagt Bürgermeisterin Felicitas Betz. Dementsprechend gedrückt sei die Stimmung auch beim Maibaumaufstellen gewesen.

Lorenz Bartl, der zusammen mit seiner Frau Sylvia die „Alte Klosterwirtschaft“ in Polling führte, war mit Leib und Seele Wirt. Er habe immer versucht, alles möglich zu machen, was als Wunsch an ihn herangetragen worden sei, sagt Betz. Bartl habe die Traditionswirtschaft in der Ortsmitte von Polling mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut geführt und mit seiner kreativen Art auch immer darauf geachtet, dass die Speisekarte abwechslungsreich bleibe. „Wir waren sehr glücklich, so einen Wirt im Dorf zu haben“, sagt die Bürgermeisterin, insbesondere, weil die Klosterwirtschaft ein wichtiger Treff- und Anlaufpunkt im Dorf sei. Einheimische und Touristen seien bei Bartls gut aufgehoben gewesen.

Klosterwirtschaft bleibt vorerst geschlossen 

„Mit den Bartls hatte die Klosterwirtschaft nach langer Zeit wieder ein Bilderbuchwirtepaar“, sagt der Eigentümer der Gaststätte, Michael Jarnach. Die Familie Bartl sei ein Glücksfall für Polling gewesen und Lorenz Bartl ein Wirt, der „Unendliches geleistet hat in diesem Knochenjob“.

Lorenz Bartl kam aus der Jachenau und war, als er im November des Jahres 2009 die „Alte Klosterwirtschaft“ übernahm, schon ein erfahrener Wirt: Bevor er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen nach Polling kam, hatte er sieben Jahre lang das Gasthaus „Sonne“ in Peißenberg geführt. Davor war er sieben Jahre lang der Wirt der Gaststätte in der „Rigi-Rutsch’n“ in Peißenberg.

Lorenz Bartl war mit Leib und Seele Wirt, aber mit ganzem Herzen ein Familienmensch. Er wurde am Montagabend im Alter von 64 Jahren mitten aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt seine Frau Sylvia und seine zwei erwachsenen Söhne. Die Klosterwirtschaft bleibt vorerst geschlossen.

Von Kathrin Hauser

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