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Attraktion aus dem Jahre 1945: der futuristisch anmutende „Tatra“ von Ulli Platzek aus Schrobenhausen (dahinter ein „VW Käfer“). 

Oldtimer-Rallye in Polling

Wellness für Oldtimer-Freunde

Polling - Ein Wellness-Erlebnis der besonderen Art gab es für Freunde der Automobilgeschichte. Aber nur für jene, die nach Polling zur Oldtimer-Rallye gekommen waren.

Begeistert sind Kurt Waber und Vreni Jermann von Oldtimern. Sie kommen auch gern zur Polling-Fahrt mit einem „Ford Modell A“.

Armaturenbretter aus Holz, verchromte Stoßstangen und Trittbretter mit Messingkanten boten optischen Kunstgenuss, dazu spielten Verbrennungsmotoren eine Symphonie aus hubraumstarkem Viertakt-Blubbern und Auspuff-Röhren, bereichert durch Intermezzi des Zweitakt-Knatterns und das Surren eines Wankels:

Dies genossen 65 Oldtimer-Freunde, die in den Klosterhof gekommen waren und virtuos auf Gaspedal, Kupplung und Bremse spielten, als sie sich am Morgen zur Ausfahrt über Peiting, Murnau und Obersöchering bereit machten: Vom „Zedel CG“ von 1908 bis zum Gerade-erst-Oldtimer, einem Jaguar, Baujahr 1986, reichte das Spektrum. Darunter waren auch viele bekannte Automobilgesichter wie „Topolino“, „Käfer“ und „Admiral“. Dass unter den Teilnehmern gleich elf Schweizer waren, hat seinen Grund, wie Kurt Waber aus Walkringen im Kanton Bern erklärt. Der Emmentaler hat in dem Bergtal – „bei uns ist nichts eben außer dem Küchenboden“ – schon elf Rallyes veranstaltet. „Alle Schweizer, die heute da sind“, so der Elektroinstallateur, „habe ich mitgebracht“. Es seien alles Teilnehmer seiner Rallyes. Er selbst ist schon zum zwölften Mal in Polling und ist die 420 Kilometer auf eigener Achse angereist: Sein 1930 gebauter „Ford A“ – vier Zylinder, 2,6 Liter Hubraum, 40 PS – ist das Nachfolgemodell der berühmten „Tin Lizzy“. In der Gruppe Schweizer, die gemeinsam anreiste, war auch Freddy Riedo aus Fribourg. Er kam mit seinem „MG TD“, den er seit 20 Jahren fährt. Der Motor – vier Zylinder, 1250 Kubikzentimeter, 54 PS – ermöglicht ein angenehmes Reisen mit Tempo 80.

Auffälligstes Fahrzeug war der „Tatra“ von Ulli Platzek aus Schrobenhausen. Der 1945 im mährischen Nesselsdorf gebaute Wagen war das erste stromlinienförmige Serienfahrzeug. Der Oldtimer mit seitlichen Lufteinlässen für den luftgekühlten Achtzylinder mit drei Litern im Heck wirkt heute noch futuristisch. Die Rallye wird vom MSC Polling und vom Süddeutschen Motorwagen-Verein Gauting ausgerichtet. Initiatator war der verstorbene Dominikus Weiß.

Alfred Schubert

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