Alter Bahnhof in Polling: Die Gemeinde steht in Kontakt mit der Bahn.
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Alter Bahnhof in Polling: Die Gemeinde steht in Kontakt mit der Bahn.

Polling und Wielenbach

Züge sollen wieder halten

Polling hatte einst einen Bahnhof, Wielenbach sogar zwei. Rund 40 Jahre nach deren Stilllegung wollen die beiden Gemeinden wieder Anschluss an das Schienennetz. „Pro Bahn“ spricht von einem wesentlichen Baustein für die Mobilitätswende.

Wielenbach/Polling – Der Antrag an den Wielenbacher Gemeinderat, sich für eine Wiedereinrichtung der Bahnhalte einzusetzen, kam von den Freien Wählern und der Gruppierung „Wir für Wielenbach“. Der Gemeinderat hat den Antrag in seiner Sitzung am 18. März behandelt und gegen drei Stimmen beschlossen, sich beim Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) für das Vorhaben einzusetzen. Das Anliegen der Gemeinde wird vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ unterstützt.

Laut Bürgermeister Harald Mansi geht es dabei um die für den Klimaschutz erforderliche Mobilitätswende, die nur über eine Reduzierung des Individualverkehrs machbar sei. Um möglichst vielen Menschen den Umstieg auf die Bahn zu ermöglichen, muss laut Mansi erst einmal die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Dazu gehörten auch wohnortnahe Zustiegsmöglichkeiten in den Zug. Dafür sei eine Reaktivierung der Bahnhalte in den Dörfern erforderlich.

Die Gemeinde Wielenbach hat dabei den Vorteil, dass sie an zwei Bahnstecken liegt. Von Wilzhofen aus sind München und Garmisch-Partenkirchen umsteigefrei zu erreichen, von Wielenbach aus Schongau und Augsburg. Auch Haunshofen hatte einen Bahnhof, der allerdings etwas entfernt vom Dorf in Kampberg lag. Für die Wiedereinrichtung der Haltepunkte will Wielenbach laut Mansi alles machen, was von Seiten der Gemeinde gemacht werden kann. Dafür gehöre vor allem der Bau von Parkplätzen und Abstellplätzen für Fahrräder. Für Mansi ist jetzt eine Grundsatzentscheidung notwendig: „Grundlage muss hier sein, was wir zukünftig für eine Mobilität wollen.“ Es reiche nicht, nur für den aktuellen Bedarf zu planen. Mit dem Ausbau der Bahn, zu dem auch die Elektrifizierung der Ammerseestrecke gehöre, werde diese attraktiver und könnte so zur Mobilitätswende beitragen.

Ähnlich wie in Wielenbach ist die Situation in Polling. Auch dort gibt es den Wunsch, dass wieder ein Bahnhalt eingerichtet wird. Laut Bürgermeister Martin Pape hat sich der Gemeinderat bereits dafür ausgesprochen. Die Verwaltung stehe in Kontakt mit der Bahn. Der Bahnhalt würde nicht nur den öffentlichen Personenverkehr in der Gemeinde verbessern, sondern auch für die Besucher der „Stoa 169“ von Vorteil sein.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hält es laut seinem Sprecher Nobert Moy für notwendig, die Attraktivität der Bahn zu erhöhen. Diese könne unter anderem über kürzere Fahrzeiten erreicht werden. Nach seinen Berechnungen könnten Fahrgäste in vielen Verbindungen zwischen den beiden Orten und Pasing mehr als ein Drittel der Fahrzeit einsparen. Betroffen davon seien rund 7000 Einwohner und die zahlreichen Besucher der „Stoa 169“ bei Polling. Einen Vorteil hätte auch die Stadt Weilheim, die vom „Park and Ride“-Verkehr aus den umliegenden Orten entlastet werden würde. Die Wiederbelebung der Bahnhalte rund um Weilheim“ ist laut Moy „ein wesentlicher Baustein einer erfolgreichen Mobilitätswende.“ Von Alfred Schubert

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