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Ein Leben für die Heimatforschung

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Von: Magnus Reitinger

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Der Herr der Bücher: Max Biller veröffentlichte zahlreiche heimatkundliche Schriften. © Archiv Gronau

Am vergangenen Dienstag ist Max Biller  in einem Pflegeheim in Schongau gestorben, im Alter von 84 Jahren. Am Freitag wurde der Heimatforscher in seinem Heimatort Polling beerdigt – im engsten Kreis, in aller Stille.

Polling – „Auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen nehmen wir in aller Stille Abschied von Max Biller.“ So formulieren es seine Pollinger Nachbarn in ihrer Todesanzeige – und werden diesem außergewöhnlichen Menschen damit gewiss am allerbesten gerecht. Zwar war der Heimatforscher Biller über Jahrzehnte einer der aktivsten Ehrenamtlichen im Landkreis, doch er lebte und wirkte „in aller Stille“.

Von 1976 bis 2010, stolze 34 Jahre lang, pflegte der Volksschullehrer Biller ehrenamtlich das Archiv des Landkreises Weilheim-Schongau. „Er war einer der rührigsten Archivpfleger im oberbayerischen Raum“, würdigte ihn der damalige Landrat Dr. Friedrich Zeller bei der Verabschiedung. Max Biller kannte alle existierenden Archive in den 34 Landkreis-Gemeinden, er hatte die meisten davon in langwieriger Arbeit, teils unter widrigen Umständen, mit aufgebaut.

„Man muss demütig sein und bemitleidenswert wirken“, so beschrieb er selbst seine Art, wenn er in Rathäusern vorstellig wurde, um seine Arbeit in den Dienst von Gemeinden stellen zu dürfen. Eine Hoppla-jetzt-komm-ichMentalität war dem ausgesucht höflichen und nebenbei auch humorvollen Junggesellen zeitlebens fremd. Dennoch wusste Biller, wie er seine Ziele erreicht: Freundlichkeit und eine gehörige Portion Beharrlichkeit waren seine Markenzeichen. Um die Zuständigen von der Notwendigkeit der Archivpflege zu überzeugen – die doch eigentlich eine Pflichtaufgabe der Kommunen ist –, war ihm kein Aufwand zu groß. Rückschläge dabei machten ihm durchaus persönlich zu schaffen.

Seit 1977 leitete Biller auch das Peißenberger Marktarchiv, er verfasste viel beachtete Heimatlexika für Peißenberg, Polling, Antdorf und Hohenpeißenberg – „Schlag’ nach bei Biller“ ist in diesen Orten ein geflügeltes Wort. Dazu kamen zahlreiche weitere Schriften über den Bergbau, über Kirchen, Künstler und und und... Computer oder E-Mail brauchte er für seine Arbeit übrigens nicht.

Zur Heimatforschung war der gebürtige Sendlinger als junger Lehrer an der Schule St. Johann in Peißenberg gekommen; vor 55 Jahren zog er ins Klosterdorf Polling, wo er nach dem Tod seiner Mutter seit vielen Jahren allein lebte. Für sein Wirken erhielt Max Biller zahlreiche Auszeichnungen: den Willi-Mauthe-Preis des Heimat- und Museumsvereins Weilheim, das Bundesverdienstkreuz, die Bürgermedaillen der Gemeinde Polling und der Marktgemeinde Peißenberg, 2001 schließlich – als erster Träger überhaupt – den silbernen Ehrenring des Landkreises. Über solche Ehren freute sich der Pollinger, doch wichtiger wäre ihm stets die Anerkennung von Archivpflege und Heimatforschung in der breiten Öffentlichkeit und bei den zuständigen Stellen gewesen. Das Wissen um deren Bedeutung ist, neben mehreren Dutzend Tonnen Schriften und Dokumenten, das Vermächtnis des Max Biller – weit über seinen Tod hinaus. 

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