Die Möglichkeiten: Von Oberhausen aus beginnen alle auf der Kreisstraße. Variante 1, die komplett entlang der Straße führt, ist aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren. Die Trasse 2 verläuft durch FFH-Gebiet und kartierte Biotopflächen. Eine behördliche Genehmigung für den Bau eines Radwegs in dem Bereich ist laut Peißenberger Rathausverwaltung unwahrscheinlich. Bleibt also die Route 3.

Radweg entlang der Kreisstraße passé

Peißenberg - Geduld, liebe Radfahrer! Die Verbindung zwischen Peißenberg und Oberhausen kommt noch immer nicht. Das hat verschiedene Gründe.

Wo könnte eine möglichst direkte Radwegverbindung zwischen Peißenberg und Oberhausen verlaufen? Mit dieser Frage hatten sich vor drei Monaten Studenten der Technischen Hochschule Stuttgart beschäftigt – wobei touristische Aspekte in den Überlegungen eine untergeordnete Rolle spielten. Als favorisierte Variante kristallisierte sich damit erwartungsgemäß die seit vielen Jahren diskutierte Route entlang der Kreisstraße WM 15 heraus. Die 5,2 Kilometer lange Strecke, so die Analyse der Studenten, sei mit einer Fahrzeit von rund 17 Minuten die „alltagstauglichste Trasse“, würde kaum mit Naturschutzbelangen kollidieren und könne aufgrund der Einsehbarkeit speziell für den Schulradverkehr ein gewisses Maß an „sozialer Sicherheit“ gewährleisten. Doch genauere Untersuchungen haben inzwischen gezeigt: Ein Radwegbau entlang der Kreisstraße ist in absehbarer nicht zu realisieren. Nach Berechnungen eines Dießener Ingenieurbüros würde die Trasse mit einem 2,50 Meter breiten Fahrstreifen eine Million Euro brutto ohne Nebenkosten und Grunderwerb verschlingen. Ein Betrag, der für die Gemeinden Oberhausen und Peißenberg deutlich zu hoch ist.

„Diese Variante wird die nächsten Jahre scheitern“, gab Rathausmitarbeiter Thomas Schamper im Bauausschuss unmissverständlich zu verstehen. Zu den horrenden Baukosten würde noch ein beträchtlicher Aufwand für den Grunderwerb entlang der Kreisstraße hinzukommen – „1,3 Millionen Minimum“, so Schampers Prognose. Unabhängig von den Grunderwerbskosten sei zudem unklar, ob die Eigentümer überhaupt verkaufen wollen. „Oberhausen ist schon seit Jahrzehnten mit den Besitzern im Gespräch“, berichtete Schamper. Wird es damit also keine direkte Radwegverbindung zwischen Oberhausen und Peißenberg geben?

Vielleicht doch. Als Beschlussvorschlag für den Marktrat verständigte sich der Bauausschuss darauf, die sogenannte Variante 3 in den Fokus zu nehmen. Die Rathausverwaltung soll demnach in Kooperation mit den Oberhausener Kollegen prüfen, inwieweit eine Ammerbrücke an der Eyach-Mündung zu realisieren wäre.

Der Vorteil der bereits vom SPD-Bürgermeisterkandidaten Hans Streicher im letzten Kommunalwahlkampf vorgeschlagenen Route: Sie würde überwiegend bereits vorhandene landwirtschaftliche Wege an der Oberhausener Kläranlage vorbei zur Ammer nutzen. An der nördlichen Flussseite könnte schließlich der bestehende Wirtschaftsweg befahren werden. Letztlich wäre Variante 3 auch nur um etwa 600 Meter länger als Variante 1 – und um einiges billiger: Inklusive Brückenbau beläuft sich die Kostenschätzung für die Trasse auf 300 000 Euro brutto. Also entfallen jeweils 150 000 Euro auf die beiden Gemeinden?

„Nein“, sagte Bürgermeisterin Manuela Vanni im Ausschuss klar und deutlich. Über eine Kostenaufteilung sei mit Oberhausen noch gar nicht gesprochen worden. „Außerdem muss auch der Landkreis einen gewissen Beitrag leisten“, betonte Vanni. Der Radweg sei zwar für die beiden Orte wichtig, werte aber auch die Tourismusregion auf, wovon wiederum der Landkreis profitiere. Zudem müsse man versuchen, Fördermöglichkeiten unter anderem über das EU-Leaderprogramm zu generieren.

Skeptisch in Bezug auf Variante 3 äußerte sich im Ausschuss Jürgen Forstner – wegen der „sozialen Sicherheit“: „Bei der Route wird mir angst und bange. Ich würde meine Kinder da nicht fahren lassen“, so der Gemeinderat der Bürgervereinigung.

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