Münchner Promi-Künstler verstorben

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Radweg zwischen Peißenberg und Oberhausen 

Lieber an der Straße als an der Ammer

Peißenberg - Hochschulstudenten präsentieren dem Bauausschuss ihre  Projektarbeit für einen Radweg zwischen Oberhausen und Peißenberg. Der soll an der Straße statt  an der Ammer verlaufen.

 Seit Jahren schon wird über einen Radwegebau zwischen Oberhausen und Peißenberg diskutiert – bislang ohne Ergebnis. Ein Problem neben der Kostenfrage: Je nach Blickwinkel bieten sich verschiedene Streckenvarianten an. Während beispielsweise der Tourismusverband eine naturnahe Route an der Ammer favorisiert, spricht sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) für eine zweckorientierte Direktverbindung entlang der Kreisstraße aus. Dieser Zwiespalt wurde auch im Peißenberger Bauausschuss deutlich, in dem zwei Studenten ihren Auftritt hatten.

Jakob Fröhlich und Moritz Zimmermann von der Hochschule für Technik in Stuttgart präsentierten ihre Projektarbeit zum Thema „Alternativenvergleich einer Radwegeführung zwischen Oberhausen und Peißenberg“ – und das vor großem Publikum. Der Vortrag interessierte nicht nur die Ausschussmitglieder. Auch Oberhausens Bürgermeister Thomas Feistl und mehrere seiner Gemeinderäte hatten im Sitzungssaal Platz genommen, um sich über Vor- und Nachteile einzelner Wegvarianten aufklären zu lassen – wobei die Marschrichtung der Projektarbeit schnell klar war: Zimmermann und Fröhlich zielten mit ihren Untersuchungen auf eine „alltagstaugliche Route“ für den Schüler- und Berufsradverkehr ab. Touristische Aspekte rückten in den Hintergrund, damit war das Ergebnis der Studie nicht sonderlich überraschend: Die Studenten favorisierten ähnlich wie der ADFC eine Trassierung entlang der Kreisstraße, weil sie wenig Eingriffe in die Natur zur Folge hätte, aufgrund der Einsehbarkeit und Nähe zur WM 15 für den Schulradverkehr ein gewisses Maß an „Sicherheit“ garantieren würde – und weil die 5,2 Kilometer lange Strecke mit einer Fahrzeit von etwa 17 Minuten die direkteste Verbindung zwischen Oberhausen und Peißenberg wäre: „Es gibt nichts Schnelleres“, sagte Fröhlich.

Einzige Kritikpunkte: Der Abbiegeverkehr durch landwirtschaftliche Fahrzeuge von der Kreisstraße auf die Wiesen und Äcker könnte auf dem Radweg zu Gefährdungspotenzialen führen, genau wie die Kreuzungssituation an der Abzweigung zur B 472 an der Wörther Ammerbrücke. „Dort müsste man eventuell eine Ampelschaltung installieren“, so Fröhlich.

Und wie sieht es mit den anderen Routen aus? Wie gesagt, touristische Überlegungen spielten in der Studie eine untergeordnete Rolle. Die Wegvarianten, die über Maxlried an die Ammer und dann Richtung Peißenberg führen, schnitten damit in der Bewertung weniger gut ab – obwohl sie größtenteils auf vorhandene Wegenetze zurückgreifen würden. Je nach Variante wäre der Bau von Brücken über die Ammer (zum Beispiel am Gut Allegra) respektive die Eyach denkbar. Der Nachteil, den die Studenten analysierten: Die Routen entlang der Ammer könnten mit dem Naturschutzrecht kollidieren.

Trotz allem: Die Studie sollte letztlich nicht mehr als ein „Denkanstoß“ für die weitere Debatte sein. Allein bezüglich der Grundstücksfragen gibt es noch jede Menge Klärungsbedarf, ebenso hinsichtlich der Kosten. Nach Einschätzung der Studenten wäre die Route an der Kreisstraße mit „alltagstauglicher Asphaltierung“ für rund 622 000 Euro zu haben – ohne Grunderwerb.

Auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärte Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni, dass ein solcher Betrag von den Gemeinden alleine nicht getragen werden könnte und der Landkreis bei der Finanzierung helfen müsste. „Es geht ja auch um den Tourismus im Landkreis“, argumentiert Vanni – was wiederum für eine Route entlang der Ammer sprechen würde.

Bernhard Jepsen

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