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Applaus für die Blasmusik. 

Blasmusik von ihrer schönsten Seite in Raisting

Von ihrer schönsten Seite zeigte sich die Blasmusik im Oberland am Sonntag beim großen Stelldichein in Raisting. Auf den beeindruckenden Gesamtchor folgte der farbenprächtige Umzug, bei dem - mit Blick auf die teilnehmenden Gruppen - die Zahl von hundert Zugnummern fast vollgemacht wurde.

Raisting – Aus allen Himmelsrichtungen und zum Teil von weither sind sie am Sonntag nach Raisting gekommen, die Musikkapellen, Fanfarenzüge und Trommlerzüge: von Bernbeuren bis aus Starnberg und von Penzberg bis aus Reichling. Sie alle reihen sich ein in den prächtigen Festzug, der wegen eines Rotkreuz-Einsatzes allerdings mit gut halbstündiger Verspätung beginnt.

Die weiteste Anreise haben bei einer Entfernung von 550 Kilometern freilich die Frauen und Männer vom „Fanfaren-Korps“ und vom „Funken-Korps Schwere Artillerie rut wiess“ aus Linz am Rhein. Mitten im Festzug und mitten im Hochsommer sorgen sie an der Ammer für einen Hauch Karneval. Die Musiker mit ihren Perücken spielen vor der Ehrentribüne beschwingt ein Prinzenlied; andere aus der gut gelaunten Fußgruppe verteilen Küsschen und werfen Bonbons in die Menge. Schirmherr Max Wagner, der frühere Vorstand der Raistinger Blaskapelle, erhält ebenso einen Orden umgehängt wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

In sechs Kapellen marschieren die Musikerinnen und Musiker in der traditionellen schwarz-gelben Bergmannstracht mit. Vorneweg der Trommlerzug und die Knappschaftskapelle aus Peiting, die gleich nach der Raistinger Kapelle im Festzug folgt, weil sie danach im Festzelt aufspielt. Peiting wird 2020 das nächste Bezirksmusikfest ausrichten.

Die Peißenberger Knappschaftskapelle intoniert an der Ehrentribüne das bekannte Lied „Glück auf, der Steiger kommt...“ Und der Musikverein Polling erfreut tonkräftig mit dem Marsch „Regimentsgruß“. Stark vertreten sind die Musikvereine aus dem westlichen Landkreis. Die Stadtkapelle Schongau bildet mit 55 Musikern die stärkste Formation im Festzug. Eine andere Besonderheit: Die Knappschaftskapelle aus Hohenpeißenberg und die Blaskapelle Forst marschieren als gemeinsamer Klangkörper im Festzug mit.

Der Vorstand der Raistinger Blaskapelle, Konrad Schönherr, will zumindest am Sonntagnachmittag seine Stimme schonen; kurzfristig springt der stellvertretende Vorsitzende des Musikbezirks Arthur Keck aus Bernbeuren ein, So klingt beim oberbayerischen Musikfest der Allgäuer Dialekt von Arthur Keck durch: Selbst in der Moderation ist für eine besondere Note gesorgt.

Nicht zu viel verspricht Schirmherr Max Wagner, der langjährige Vorstand der Blaskapelle Raisting, in seiner Rede vor dem Gesamtchor mit 800 Musikerinnen und Musikern: „Sie kommen alle auf ihre Kosten und werden begeistert sein“, stimmt er voller Begeisterung auf den Festzug ein. Und er setzt hinzu: „Es ist eine Freude zu sehen, wie die Dorfvereine zusammenhalten.“

Davon können sich mehrere tausend Zuschauer am Straßenrand überzeugen. Alle Vereine sind im Festzug vertreten, einige sogar mit einem Festwagen. An diesem Sonntag sind kaum noch Dorfbewohner in den Häusern, so viele Raistinger beteiligen sich am Festzug bzw. sind als Helfer im Einsatz. Viel Beifall gibt es für die schönen Trachten des Heimat- und Trachtenvereins Raisting-Sölb und für dessen Festwagen. Weiter hinten im Festzug verbreiten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen des Sportvereins gute Laune.

Auf der Tribüne zum Gesamtchor findet Landrätin Andrea Jochner-Weiß „im scheena Roasting“ anerkennende Worte dafür, dass der heimische Musikverein zu seinem 40. Geburtstag das 55. Musikfest im Bezirk Oberland ausrichtet. Ebenso wie Landtagsabgeordneter Harald Kühn würdigt sie die vielen Blasmusiker als „Botschafter der bayerischen Heimat“.

Bezirksleiter Max Kriesmair kündigt dann ein besonderes Stück an, das Bezirksleiter Bernd Schuster (Polling) dirigiert: Es ist der Marsch „Unser Oberland“, den Ludwig Resch geschrieben hatte und der eine Auftragskomposition zum 80. Geburtstag von Ehrenvorstand Hans Fickler (Schongau) ist, der am Sonntag ebenfalls in Raisting weilt.

Nachdem Raistings Dirigent Christoph Drissl den Laridah-Marsch dirigiert hat und bevor Franz Haidu den Taktstock zur Bayernhymne ansetzt, wendet sich Franz Donauer, der Vizepräsident im Musikbund für Ober- und Niederbayern, an die Musiker und Gäste. Stolz ruft er aus, dass unter den 30 000 Aktiven im Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON) 40 Prozente der Musiker jünger als 18 Jahre sind. Immerhin mehr als 2500 von ihnen sind am gestrigen Sonntag beim großen Stelldichein in Raisting präsent und präsentieren die Blasmusik von ihrer schönsten Seite.

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