Bürgerversammlung Raisting

Bau der Asylbewerberunterkunft fraglich

Raisting - 100 Bürger erfuhren bei der „Jörgisgmoa“ den neuen Stand über das Dorf.  So etwa, dass die Wohnanlage für Senioren realisiert wird.

„Es war ein Jahr der Planungen.“ So fasste Bürgermeister Martin Höck in seinem Rückblick auf der „Jörgisgmoa“, der Raistinger Bürgerversammlung, den Schwerpunkt der Kommunalpolitik im vergangenen Jahr zusammen.

Gut 100 Bürger waren am Freitag in das Gasthaus „Zur Post“ gekommen, um sich in der gut dreistündigen Veranstaltung über das aktuelle Geschehen in der Gemeinde zu informieren. Zwei Häuser – eines für Senioren und eines für Asylbewerber – wurden geplant. Während das Wohnhaus für ältere Menschen nordwestlich des Friedhofs nach wie vor gebaut werden soll, steht die Zukunft des anderen Hauses derzeit in den Sternen. Nach der Änderung in der Flüchtlingspolitik kann die Gemeinde nicht mehr mit der geplanten Belegung des Hauses und den damit verbundenen sicheren Mieteinnahmen rechnen. Alternativ könnte jetzt auf dem gemeindeeigenen Grundstück nördlich der Kirche ein Haus mit Sozialwohnungen gebaut werden.

Bereits umgesetzt wurden die Renovierung des Rathauses, die rund 280 000 Euro kostete, und die Erschließung des Baugebiets „Flachfeld“. 220 000 Euro wurden hier in die Straße investiert. Gute Nachrichten bekamen die Besucher der „Jörgisgmoa“ zu hören, als die statistischen Daten und die Finanzen präsentiert wurden. Die Geburtenzahl stieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum – gerechnet wird in Raisting immer von Jörgisgmoa zu Jörgisgmoa – um 22 Prozent, die Zahl der Eheschließungen sogar um 75 Prozent. Ein Minus gab es allerdings bei der Migration. Der Wegzug lag um zehn Menschen höher als der Zuzug. Dies lässt sich aus der Einwohnerzahl schließen, die nur um vier gestiegen ist.

Die Finanzen stellte Kämmerin Manuela Braune vor. Das Wichtigste in Kürzen: Die Gemeinde ist schuldenfrei und hatte Ende vergangenen Jahres 950 000 Euro in den Rücklagen. Heuer ist mit 8,2 Millionen Euro der bisher größte Haushalt geplant. Als anstehende Großprojekte stellte Höck den Bau der Seniorenwohnungen und der Rottbrücke zur Ertlmühle sowie den Breitbandausbau vor, der auch den Ortsteil Stillern mit schnellem Internetzugang versorgen soll.

Der Lückenschluss im Radwegenetz ist derzeit noch offen. Das Gutachten, das die Machbarkeit der Radwege zwischen Fischen und Dießen untersuchen soll, ist laut Höck noch nicht fertig. Es fehlten noch Informationen zum Abbiss-Scheckenfalter und zu einer Pflanze, die er nicht näher benannte. Der Raistinger Gemeinderat will laut Höck nun das Gutachten abwarten und dann darüber entscheiden, ob er eine Machbarkeitsstudie für einen Radweg von Raisting nach Dießen in Auftrag gibt. Dieser Weg sei – möglicherweise aufgrund eines Missverständnisses bei der Auftragsvergabe – beim ersten Gutachten nicht untersucht worden. Deshalb würde sich Raisting auch nicht an den Kosten dieses Gutachtens beteiligen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß sprach sich für den Bau der Radwege aus. Sie sollten die Lücken des Radwegenetzes in diesem Bereich schließen. Unter den Gastrednern waren neben der Landrätin auch zwei Kinder, die als Asylbewerber in Raisting leben. In Deutsch und Englisch schilderten die Mädchen ihre Flucht, die in Deutschland endete, und bedankten sich bei den Raistingern. „Wir sind glücklich, dass wir in Raisting so gut aufgenommen worden sind“, schloss eine.

Zwei Raistinger meldeten sich am Ende der Versammlung zu Wort. Einer regte an, die Tagesordnung der Gemeinderatssitzungen im Internet zu veröffentlichen. Höck: „Wird gemacht.“ Eine Raistingerin möchte immer informiert werden, wenn das Wasser abgestellt wird, um sich darauf einstellen zu können. „Wir werden darauf achten.“ Zum Schluss bedankte sich Bürgermeister Höck bei allen Bürgern, die sich für das Gemeinwohl engagierten. Sie würden dazu beitragen, dass Raisting „ein sehr lebendiges Dorf“ sei und bleibe.

Alfred Schubert

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