Erweiterung Raisting

Innen verdichten oder nach außen wachsen?

Raisting - Der Gemeinderat will an der Erweiterung des Dorfes in Richtung Westen festhalten. Das wird jedoch von einigen Bürgern abgelehnt.

„Wohin soll die Entwicklung des Orts gehen?“ Das war die Grundsatzfrage, als der Gemeinderat Raisting über die Fortschreibung des 1986 aufgestellten Flächennutzungsplans diskutierte. Die Räte waren sich einig: Die Bebauung von Grundstücken im Ort ist besser als eine Ausweitung in den Außenbereich. Trotzdem hielten sie an der bereits geplanten Erweiterung des Dorfes nach Westen fest. Dort, rechts der Straße nach Stillern, sollen weitere Baugebiete ausgewiesen werden.

Zahlreiche Bürger lehnen dies ab. Eine Bebauung im Westen sei zu weit vom Ortskern entfernt, so ihre Argumentation. Außerdem sei die Straße zur Brücke über die Rott zu schmal und auch die Brücke selbst ein Engpass. Die Räte sehen diese Probleme auch, sehen aber auch die Möglichkeit, die Rottbrücke durch eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu entlasten.

Zusätzliche Wohnbebauung im Westen sieht auch ein Landwirt kritisch, der dort einen Aussiedlerhof hat. Er fürchtet, dass die Entwicklung seines Hofs dadurch gefährdet werden könnte. Daraufhin reduzierte der Gemeinderat die Planung um eine Bauzeile auf der Südseite des Möslewegs.

Dass die Nutzung von mehreren freien Flächen im Ort für weitere Bebauung nicht zur Verfügung steht, liegt an den Eigentümern, die dies nicht wünschen.

Allerdings lehnte der Gemeinderat auch zwei Flächen ab, die von ihren Eigentümern zur Aufnahme als Baufläche in den Flächennutzungsplan angeboten worden waren. In einem Fall wurde die Nähe zu Bahnlinie als Begründung genannt. Eine angebotene Fläche wurde – trotz Bedenken wegen möglichen Lärms – hingegen aufgenommen. Sie liegt am Südrand des Dorfs in der Nähe der Bahn an der Schützenstraße und ist leicht zu erschließen.

Die beschlossenen Änderungen werden jetzt in den Planentwurf eingearbeitet. Danach werden die Unterlagen erneut für mindestens vier Wochen öffentlich ausgelegt. Die Bürger haben dann laut Bürgermeister Martin Höck wieder die Möglichkeit, Anregungen und Einwände vorzubringen.

Alfred Schubert

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